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Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
Entstehung
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das Schweizer Tiefland gegangen wären.

Diese Meinung

Playfairs stand jedoch anfangs ganz vereinzelt da und blieb in der Wissenschaft zunächst unbeachtet.

Erst das eingehende Studium der heutigen Gletscher in den Alpen brachte einen wesentlichen Fortschritt in der Beurteilung des Ursprungs der erratischen Bildungen. Durch die gemeinsame Arbeit verschiedener Forscher, unter denen besonders Venetz( 1822) und Charpentier , Agassiz und Schimper, Forbes und Tyndall genannt seien, wurde festgestellt, daß die Alpen in vorhistorischer Zeit eine weit ausgedehntere Vergletscherung als heutzutage besessen haben, und darin das Mittel erkannt, durch das die erratischen Blöcke in den Alpentälern sowie auf den Südabhängen des Jura und überhaupt im ganzen nördlichen und südlichen Alpenvorlande verbreitet worden sind. Schon Agassiz hatte behauptet, daß sowohl die Alpen , als auch Nordeuropa während der Eiszeit von zusammenhängenden Gletschern bedeckt gewesen seien. Wenn auch das ganze Phänomen dieser Eisbedeckung von ihm noch nicht klar erkannt wor­den ist, so kam er doch in seinen Annahmen der Wahrheit näher, als Lyell 1835 in seiner Drifttheorie, die den weiteren Fortschritt in der Erforschung der nordeuropäi­schen Glazialbildungen vorläufig wieder hemmte. Sie beruhte auf der Annahme einer Meeresbedeckung Norddeutsch­lands. Die großen skandinavischen und großbritannischen Gletscher der Eiszeit sollten ihre Eismassen unmittelbar in dieses Meer vorgeschoben haben, wobei die sich ablösenden Eisberge, von den Winden getrieben, das Schuttmaterial überall im norddeutschen Flachlande verbreiteten. Diese Lyellsche Drift- oder Treibeistheorie, die auch schon 1790 in Mecklenburg eine Vorläuferin gehabt hatte, wurde im