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Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
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in einem Eiszement liegen, wie im Firneis, sondern zu Kri­

stallen werden, deren Flächen in den verschiedensten Rich­tungen aneinanderstoßen und aneinander gefroren sind. Die Ströme festen Eises, die von den Ansammlungen des ewigen Schnees aus sich oft bis tief unterhalb der Schneelinie in die Täler hinabziehen, bezeichnet man als Gletscher oder Ferner.

Man kann vier verschiedene Typen der Vergletscherung unterscheiden, den alpinen, den norwegischen, den In­Jandeis- und den Vorlandtypus. In den alpinen Hoch­gebirgen werden die Nährgebiete der Gletscher durch. die Firnmulden gebildet, die halbkreisförmig von zackigen Fels­graten umgeben sind, sodaß auf diese Weise die benachbar­ten Firnmulden durch Firnscheiden voneinander getrennt sind. In Norwegen gehen kurze Gletscher von Eiskappen aus, die sich auf den konvex gekrümmten Hochflächen, den Fjällen, bilden. Grönland und im kleineren Maßstabe Is­ land zeigen den Inlandeistypus, bei dem die ganzen Ober­flächenformen des Landes, Hochebenen und Gebirge durch eine zusammenhängende Eisdecke verhüllt sind. Der Vor­landtypus, für den gegenwärtig der Malaspinagletscher in Alaska ein Beispiel bildet, besteht darin, daß die aus den Gebirgstälern herabfließenden Gletscher sich in der Ebene zu einer zusammenhängenden Eismasse vereinigen, wie es auch in der Eiszeit im Alpenvorlande der Fall gewesen ist.

Es ist für die geologische Tätigkeit des Gletschereises von der größten Wichtigkeit, daß es bei genügender Zufuhr vom Firngebiet einer zwar langsamen, aber doch stetig fort­schreitenden fließenden Bewegung fähig ist. Diese Bewegung ist ein sehr kompliziertes Phänomen.. Man muß annehmen, daß innerhalb der Eisschichten infolge ihrer Kornstruktur