Fig. 1.) Die Gletscherschrammen auf den Schichtenköpfen des Muschelkalkes in Rüdersdorf , die noch 1898 in vortrefflicher Ausbildung sichtbar waren, haben sich erhalten, weil sie von einer 2—3 m mächtigen Decke von Geschiebemergel überlagert sind, die wir als die Grundmoräne des Inlandeises ansehen müssen. Wird diese Schicht abgedeckt, so sehen wir eine fast ebene Fläche hervortreten, welche die nach Nord einfallenden Schichten gerade abschneidet und nur durch die abhobelnde Tätigkeit des KEises entstanden sein kann.
Noch eine andere Erscheinung mag hier gleich Erwähnung finden. Es sind die an derselben Stelle im Alvenslebenbruche auf dieser Abrasionsfläche aufgefundenen Gletschertöpfe, Riesenkessel oder Strudellöcher. In den nachweislich von Gletschern bedeckt gewesenen Gebieten sind solche Strudellöcher dadurch entstanden, daß das in Spalten des Eises bis auf den Felsuntergrund herabstürzende Schmelzwasser einen Strudel bildete und unter Mithilfe von Reibsteinen kesselartige Vertiefungen in dem festen Gestein aushöhlte. Schöne Beispiele von Gletschertöpfen finden sich in dem bekannten Gletschergarten von Luzern , auf dem Malojapaß, bei Gastein und im oberen Ötztal oberhalb Zwieselstein. Auch im Alvenslebenbruche in Rüdersdorf waren sie früher gut zu beobachten, sind aber nach und nach dem fortschreitenden Abbau zum Opfer gefallen. Sie waren mit Sand und rundlichen Reibsteinen erfüllt. Daneben kamen aber auch schlotartige Löcher mit unregelmäßig gestalteten Wänden vor, die senkrecht von der Oberfläche des Muschelkalkes in ihn hineingingen und mit rotbraunem Lehm aus
gefüllt waren. Diese sind offenbar durch Verwitterung entWahnschaffe, Die Eiszeit in Norddeutschland. 2