Druckschrift 
Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen

8

Bildungen, bei denen die Bestandteile nach der Korngröße geordnet und in Schichten abgesetzt worden sind. Die ihm ein­gelagerten Geschiebe stellen, wie schon hervorgehoben, ein buntes Gemenge der verschiedensten Felsarten dar, deren Heimatsgebiet stets im Norden oder Nordosten liegt. So ist beispielsweise festgestellt, daß der größte Teil der Geschiebe der Mark Brandenburg aus dem östlichen Schweden , den nord­baltischen und benachbarten, jetzt vom Wasser bedeckten Ge­bieten stammt. Die zahlreichen, für unsere Glazialbildungen so charakteristischen Feuersteine rühren aus der baltischen (rügenschen, dänischen und südschwedischen) Kreide her, die das Inlandeis überschritt und mitschleppte, sie werden dagegen immer seltener, je mehr wir uns dem äußersten Osten unseres Vaterlandes nähern. Hat man die Elbe über­schritten, so bemerkt man unter den Geschieben solche Ge­steinsarten, die sich auf die Umgegend von Christiania zurück­führen lassen, wie den Zirkonsyenit und den Rhomben­porphyr. Ein sorgfältiges Studium der Geschiebe zeigt uns im Verein mit den Schrammenrichtungen auf dem an­stehenden Gestein, welche Bahnen das Inlandeis bei seinem Vorrücken eingeschlagen hat.

Der Geschiebemergel ist die Grundmoräne des großen Inlandeises,; die als eine schlammige, mit Wasser durch­tränkte Masse unter dem Eise und in seinen untersten Schichten fortgeschoben, mitgeschleppt und höher und höher angehäuft wurde. Auf den großen Druck, dem die Grund­

moräne ausgesetzt gewesen ist, deutet die vielfach beobachtete außergewöhnliche Festigkeit dieses Materials hin. Die Form der darin enthaltenen Geschiebe zeigt uns, daß sie nicht im Wasser, sondern in der Grundmoräne transportiert worden sind. Fließendes Wasser ist bestrebt, eckige Gesteinsbruch­