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Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
Entstehung
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gelegen ist, die demnach senkrecht zu den Endmoränen ge­stellt sind. Diese Hügel erreichen gewöhnlich eine absolute Höhe von 5-15 m. Über ihre Entstehung sind die Mei­nungen noch sehr geteilt, doch scheinen es in der Richtung der Eisbewegung angehäufte und vom Eise subglazial ge­formte Grundmoränenmassen zu sein.

Als Gebilde des zurückschmelzenden Eisrandes sind die Åsar¹)( Oser, Wallberge) anzusehen, die dort, wo sie als langgestreckte schmale Sand- und Kiesrücken dem Gelände aufgesetzt sind, oft den Eindruck künstlicher Eisenbahn­dämme machen. Sie sind keine Moränen, sondern fluvio­glaziale Aufschüttungen der unter dem Eise in Kanälen strömenden Schmelzwasser und blieben als wallartige Er­hebungen zurück, als das Eis zurückschmolz. Die die Oser bildenden Sande und Kiese sind entweder horizontal ge­schichtet oder auch zuweilen in demselben Oszuge steil auf­gepreßt, während der innere Kern aus Geschiebemergel be­steht. Es ist anzunehmen, daß die Schmelzwasserkanäle z. T. geschlossen waren, sodaß in diesem Falle horizontale Absätze stattfanden. Stellten jedoch diese Kanäle nach oben zu bereits klaffende Spalten dar, so konnte der ein­seitig lastende Druck der beiderseitigen Eiswände in Wirk­samkeit treten, sodaß die vorher horizontal abgelagerten Sande und der durchweichte Geschiebemergel im Untergrunde emporgepreßt wurden. Es kann daher der Typus der Auf­schüttungs- und Aufpressungsoser in ein und demselben Os­zuge vorkommnn. Ebenso ist auch häufig eine Auflagerung von Geschiebemergel bei ihnen zu beobachten, und man

1) Von dem schwedischen Ås( Rücken), Mehrzahl Åsar.