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Noch andere Seen sind durch die ausnagende Tätigkeit der Eisschmelzwasser teils unter dem Eisrande, teils vor demselben gebildet worden. Es sind dies die meist schmalen 3. Rinnenseen, die sich oft in langen Ketten aneinander schließen und an den Ufern zuweilen deutliche Abschnittsprofile zeigen. Da diese Rinnenseen oft durch Schwellen voneinander getrennt sind, so muß für ihre Entstehung angenommen werden, daß sie durch subglaziale, unter dem Eise strömende Schmelzwasser ausgeschürft wurden, denn nur das in geschlossenen Kanälen strömende Wasser kann seinen Boden ungleichmäßig erodieren. Treffliche Beispiele für derartige Seen bilden die Seenketten des Grunewalds und des Gamengrundes. Der schmale im Vorlande der Endmoräne liegende Werbellinsee bei Joachimstal , der eine Tiefe bis zu 50 m besitzt, stellt die Abflußrinne der ehemals hinter der Endmoräne beim Rückzug des Eises angestauten Schmelzwasser dar. Sein Spiegel liegt 22 m tiefer als der flache, nur 5-6 m tiefe hinter der Endmoräne gelegene Grimnitzsee, der den übrig gebliebenen Rest eines großen Stausees darstellt. Derartige flache Stauseen kommen vielfach in Endmoränengebieten vor. Wir finden aber auch in den von Endmoränenbogen umschlossenen Gebieten häufig Seebecken, die zu tief sind, um lediglich als Endmoränenstauseen aufgefaßt werden zu können. Der ursprünglichen Anlage nach gehören sie meist zu den Grundmoränenseen. In manchen Fällen kann ihre Entstehung vielleicht auch der ausräumenden Tätigkeit des Inlandeises zugeschrieben werden, wenn sie nämlich den Mittelpunkt einer zentralen Depression bilden. Die Rinnenseen haben meist eine parallele, in großen Zügen radial nach Süd gerichtete Anordnung und gewähren gleichfalls einen Anhalt, um die Strömungsrichtung des InWahnschaffe, Die Eiszeit in Norddeutschland.
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