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Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
Entstehung
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ZB

die Ablenkungen der Weichsel und Oder, welche die West­Nord-West-Richtung der größen Täler verlassen, um nun auf kürzerem Wege in Nord-Nord-Ost-Richtung die Ostsee zu er­| reichen. Wahrscheinlich benutzten sie beim Durchbrechen des baltischen Höhenzuges die Rinnen, die ihnen das vom Eisrande kommende Schmelzwasser vorgezeichnet hatte. Während die drei mittleren Urstromtäler, das Baruther, das Berliner und das Eberswalder Haupttal zwischen der Zone der südlichen Höhenrücken und der nördlich vorge­. lagerten Seenplatte gelegen sind, treffen wir nördlich vom

7 baltischen Höhenrücken auf das pommersche Urstromtal,

das jedoch eine abweichende Ausbildung besitzt. Es stellt wegen der darin in verschiedener. Höhenlage vorkommenden weit ausgedehnten und z. T. nicht geneigten Terrassen einen aus mehreren alten Seebecken zusammengesetzten Talzug dar. Diese Seen wurden durch den nördlich liegenden Eisrand angestaut, sodaß ihre Terrassen im Norden vielfach keine

natürliche Begrenzung besitzen. Die höchste Terrasse des

Rummelsburger Stausees hat eine Höhe von 120 m, des Persante-Stausees von 60 m und des Haffstausees von 25 m über dem Meere. Der Haffstausee fand nach Westen einen Abfluß durch das sogenannte mecklenburgisch-pommersche Grenztal, das gegenwärtig z. T. von der Peene und Recknitz, z. T. vom Trebel und der Tollense benutzt wird, deren allu­vialer Lauf sowohl nach Osten als auch nach Westen ge­richtet ist.,

Durch die genaue Untersuchung!) der norddeutschen Gla­

1) Diese Untersuchung wird ausgeführt durch die geologischen Spezialaufnahmen der Kgl. Preußischen Geologischen Landesanstalt auf Grund der Meßtischblätter im Maßstabe 1: 25000. Die geo­gnostisch-agronomischen Karten geben durch die vollen Farben ein