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Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
Entstehung
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zialbildungen, deren Mächtigkeit auf Grund zahlreicher Boh­Tüngen i im Durchschnitt auf ungefähr 100 m veranschlagt werden kann, obwohl sie verschiedentlich sogar 200 m über­schreitet, hat sich feststellen lassen, daß unser Gebiet mehr­mals vom Inlandeise überschritten worden ist. Das Vor­kommen mehrerer Grundmoränen übereinander, die durch "geschichtete Bildungen, Sande oder Tone voneinander%ge­trennt sind, bietet an und für sich noch keinen Beweis für die Annahme mehrerer Vereisungen, denn es können solche

Bildungen bei Oszillationen des Eisrandes entstanden sein.

Da sich jedoch zwischen den Grundmoränen fossilführende Ablagerungen eingeschaltet finden, deren Charakter auf ein mildes Klima hinweist, so müssen wir annehmen, daß die Eiszeit durch Perioden mit milderem Klima, die Inter­glazialzeiten, ‚unterbrochen wurde, in denen ein vollstän­diges Zurückschmelzen des Eises aus unserm Gebiet stattfand und die Flora und Fauna_ sich ausbreiten konnte. Bisher haben wir mit Sicherheit zwei interglaziale fossil­führende Horizonte im norddeutschen Flachlande nach­weisen können, deren wichtigste Fundorte hier besprochen werden sollen. Seit langer Zeit bekannt ist in der Berliner Gegend. die diluviale Säugetierfauna. der Kiesgruben von Rixdorf . Die fossilen Knochenreste liegen in Kiesen auf einer unteren Grundmoräne und werden von Sanden und der oberen Grundmoräne überlagert. Es sind hier gefunden: das Mammut(Elephas primigenius), das wollharige Nashorn

Bild der geologischen Schichten nach ihren Altersverhältnissen, deren Abgrenzung durch zahlreiche 2 m-Bohrungen bewerkstelligt wird, und durch Aufdruck bestimmter Signaturen und Eintragung typischer Bohrprofile ein Bild der Bodenverhältnisse auf petrographischer Grundlage.