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Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
Entstehung
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( Rhinoceros antiquitatis), das Wildpferd( Equus caballus ), der Moschusochs( Ovibos fossilis), der Urochs( Bos primi­genius), der Auerochs oder Wisent( Bison priscus), das ark­tische Rentier( Rangifer groenlandicus), der Elch( Cervus alces), der irische Riesenhirsch( Cervus euryceros), der Edel­hirsch( Cervus elaphus ). Diese Rixdorfer Säugetierfauna ist nicht nur in der Berliner Gegend, sondern auch in Posen, Ostpreußen und der Provinz Hannover nachgewiesen worden. Von Raubtieren kommen noch hinzu vereinzelte Knochen­reste vom Bären, Wolf und Löwen. Die Knochen können keinen sehr weiten Transport erlitten haben, da sie meist nur sehr wenig abgerollt sind. In ein und derselben Schicht finden sich Reste von solchen Tieren, die sich in ihren Lebensbedingungen wesentlich voneinander unterscheiden. Das Pferd und das Rind gedeiht in weiten grasreichen Step­pen, der Hirsch liebt den Wald, der Moschusochs und das Rentier können nur in arktischen Gebieten ihr Leben fristen, und auch der Haarpelz, den das Mammut und Nashorn der Eiszeit trugen, scheint uns anzuzeigen, daß sie subarkti­schen Verhältnissen angepaẞt waren. Dieses Zusammen­vorkommen von verschiedenartigen Tiertypen deutet darauf hin, daß die Interglazialzeit eine lange Periode umfaßte, in der sich das Klima allmählich änderte, sodaß die Lebens­bedingungen für verschiedene Tiergruppen in den verschiede­nen Abschnitten der Interglazialzeit vorhanden waren. Die aufgefundenen Knochenreste stellen offenbar nur einen kleinen Bruchteil der damals lebenden Säugetierfauna dar, denn es fehlen alle Anzeichen von mittelgroßen und kleinen Säuge­tieren, die jedenfalls auch in großer Zahl gelebt haben müssen. Aber nur die großen Knochenreste haben der Zu­sammenschwemmung durch stark strömende Wasser und der