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Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
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späteren Auflösung genügenden Widerstand geleistet und

sind uns infolgedessen allein erhalten geblieben.

Es ist von großer Bedeutung, daß in dem Niveau der Rixdorfer Säugetierfauna bei Motzen. ‚südlich von. Berlin zwischen zwei Grundmoränen_ ein Torflager nachgewiesen worden ist, in welchem Reste folgender Landpflanzen vor­kommen: Fichte(Picea excelsa), Hainbuche(Carpinus betu­ lus ), Stechpalme(Ilex aquifolium) und breitblätterige Linde (Tilia platyphyllos), Diese Flora spricht entschieden für ein gemäßigtes Klima. Demselben Interglazial gehört auch wahr­scheinlich das Torflager von Klinge bei Kottbus an, in dem sich die jetzt in Europa ausgestorbene Brasenia purpurea findet. In diesem Torf kommen auch zahlreiche Wirbeltier­reste vor, unter denen ein fast vollständig erhaltenes Skelett von Mammut bemerkenswert ist.

Ein besonderes Interesse beanspruchen die der letzten Interglazialzeit angehörigen Ablagerungen von Glinde bei Ütersen . Hier tritt unter der oberen Grundmoräne zunächst Sand und darunter ein Torflager auf, dem alle arktischen und alpinen Arten fehlen. Das Vorkommen von Carpinus Betulus deutet auf ein gemäßigtes Klima zur Zeit der Bildung. des Torflagers hin. Unter dem Torf folgen Tone, die in ihrem oberen Teile noch Pflanzenreste und Skelett­teile vom Edelhirsch enthalten, in dem unteren Teile da­gegen und in den darunter liegenden Sanden kommen marine Muscheln vor, namentlich Cardien, Austern u. a. Durch eine Bohrung ist darunter eine ältere Grundmoräne mit Sanden und Kiesen im Liegenden nachgewiesen, und dann folgen tertiäre Schichten. An vielen anderen Punkten sind noch interglaziale Süßwasserbildungen nachgewiesen, doch ist ihre spezielle Eingliederung z. T. noch schwierig. In