Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1903) Goethe ; Theil 1
Entstehung
Seite
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Der Grund von allem ist physiologisch.

Aeusserung:Es lasten solche Massen von Krankheits­stoff auf mir seit 3000 Jahren; man gewahrt deutlich, wie sich das Conventionelle, das Einbildige dazwischen schiebt.

Zu Riemer sagte der alte Goethe:Der Grund von allem ist physiologisch. Es giebt ein Physio­logisch-Pathologisches, z.B. in allen Uebergängen der organischen Natur, die aus einer Stufe der Meta­morphose in die andere tritt. Dies ist wohl zu unter­scheiden vom eigentlich morbosen Zustande. Wirkung des Aeusseren bringt Retardationen hervor, welche oft pathologisch im ersten Sinne sind. Sie können aber auch jenen morbosen Zustand hervorbringen und durch eine umgekehrte Reihe von Metamorphosen das Wesen umbringen. Bei dem Physiologisch­Pathologischen darf man wohl an die körperlichen und geistigen Störungen denken, die die Pubertät, den Eintritt in das Greisenalter und A. begleiten können.

Wie sehr Goethe an allem Pathologischen Antheil nahm, das zeigen einzelne Aufzeichnungen in seinem Tagebuche. Z,B. ist unter dem 15. 5. 1810 Folgendes eingeschrieben:Bey Knebel, wo wir Langermann fanden, Mittags unter uns. Gegen Abend ging meine Frau weg. Abends zu Herrn von Knebel, wo Langer­mann und Seebeck waren und wir bis gegen Mitter­nacht blieben. Gespräch über die Fexe im Salz­burgischen.

Fexe werden im Salzburgischen mehr oder weniger imbecille Menschen genannt. Alle Ortschaften an der Salza haben deren mehr oder weniger; in allen