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Bd. 1 (1958) Gedichte
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1.

Wenn Überfülle als ein erstes Beben

den reifen Sommer in die Schwermut leitet und tatenfrohe Hände unbereitet

sich von der Garbe bang ins Flehen heben,

liegt Admiralen unter müdem Schweben

ein bunter Asternteppich hingebreitet.

Und ihre starke Schönheit widerstreitet

der Ahnung noch und will sich nicht ergeben.

Das Leben schreit:Ich lasse mich nicht knechten. Noch durch die müdgewordnen Flügel flechten sich Bänder rot, um mit dem Tod zu rechten.

Hingehn die Farben, die dem Tag entstammten.

Auf euren Flügeln, auf den rotdurchflammten, wächst schon die Nacht, still, tief und dunkelsamten.

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