8 Erklaͤrung ber Neumaͤrckiſchen
7. Iſt in dem andern Titul§. 9. wegen des
ſchrifftlichen Zeugnuͤſſes und Erlaſſungs⸗Scheines
ſo dem abziehenden Geſinde nicht verſaget werden ſolle/ gewiſſe Verordnung gemachet; Alldieweil
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aber daſelbſt weder eine gewiſſe Zeit/ wann ſotha⸗|
ner Schein gefordert werden ſol/ geſetzet/ noch ein
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zureichendes Mittel wider die/ welche dieſelben zu ertheilen/ ſich gantz widerrechtlich verweigern benen
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net worden/ Als wollen Wir hiemit dem Geſinde/
wie auch denen Hauſinnen welche nicht vier Jahr
unter einer Herrſchafft gewohnet/ den gedachten i
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Schein zu der Zeit/ da ſie den Dienſt und r Wohnungen auffſagen/ zu Fordern aufferleget/ und wann die Herrſchafft ihnen denſelben verſagen ſolte/ verordnet haben/ daß fie zwo Perſonen zu ſich nehmen/ in Gegenwart derſelben nochmals die Herrſchafft umb
Erteilung des Scheines und Kündſchaßft ihres
Verhaltens erſuchen/ und im Fall fernerer Verweigerung pon den Pfarren jedes Ortes hierüber ein ſchrifftlichs Zeugnis nehmen ſollen/ worauff ſo fort ohne eintziges Nachſehen Zehen Thaler Straffe von
der Herrſchafft/ welche ihnen den Schein ſo vorſetz
lich Und beharlich vorenthalten/ durch die Gericht
liche Hüͤlffe auff dero Unkosten abgefordert werden
ſollen. Wie es mit denen Scheinen der Schaͤfer
Und Schaͤfer⸗Knechte zu halten ſey/ davon wird bey dem sten Titel abſonderliche Erinnerung geſchehen.