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14. Die Ufer der Havel vor Potsdam.
Schloßpark mit dem Belvedere. Jenseit des Nordringes und der Hamburger Bahn verursacht die große S chleuse meist lästigen Aufenthalt. Die von Weidengebüsch umsäumte nächste Strecke ist reizlos ; 1. der Spandauer Berg, Fürstenbrunn, Ruhwald und der Bock; r. die Kabelwerke von Siemens & Halske. In Spandau zeigt sich hinter der Militärbahn 1. die Geschützgießerei; r. hüllen Baumgruppen die Citadelle ein. Sofort nach der Einfahrt in die Havel fällt der Blick auf das Kaiser Friedrich-Denkmal; bei der Charlottenbrücke (S. 37) wird gehalten.
Die Havelfahrt ist unvergleichlich schöner. Nach dem Passieren zweier Eisenbahnbrücken (neben der ersten r. der Kaiserpavillon) geht es in enger Straße zwischen T iefwerder (1.) und der Potsdamer Vorstadt (r.), sowie zwischen Pichelsdorf (r.; S. 89) und Pichelswerder (1.; S. 27) hindurch. Dann durchschneidet der Dampfer in schnellerer Fahrt die majestätisch ausgebreitete Havelfläche, der sich Stößensee (1.) und Scharfe Lanke (r.) anschließen. Prächtige Scenerieen bieten nun 1. die Höhen des Grunewaldes. Bald wird Schildhom (S. 27) berührt. Jenseit des Karlsberges mit dem Kaiser Wilhekm-Turm (S. 28) liegt unterhalb des Havelberges der Gatower Lindwerder (S. 29). Von Gatow (S.28) an bedecken Waldungen auch das rechte Ufer. Vorwärts taucht l.vom Kladower Sandwerder in einiger Entfernung die ehem. K ol. Alsen in Wannsee (S. 98) auf; nach zurück sind die Spandauer Türme noch zu sehen. Bei einer Wendung des Dampfers schließt sich hinten die Havel. R. erblickt man Kladow (S. 108); 1. erfreuen das Auge, besonders bei Abendbeleuchtung, über dem Wannsee die Villen am Bahnhofe.
Entzückende Bilder mit den interessantesten Farbenabtönungen entrollt die weitere Fahrt an den kulissenartig vorgeschobenen Ufer- partieen des mannigfach sich verengenden und erweiternden Stromes vorbei. Zwischen dem Karz (1.) und der Pfaueninsel (r.; S. 107), mit der Meierei an der Spitze, hindurch wird ein größeres Becken erreicht; 1. thront über ihm die Peter-Paulskirche, zurückgewendet schaut man das kgl. Landhaus auf der Insel und seitwärts nochmals Kladow. Bald schiebt sich r. die Landzunge von Sakrow entgegen; 1. liegt die reizende Bucht von Moorlake (S. 106). Jenseit der Enge bei der Heilandskirche in Sakrow (S. 108) öffnet sich der Jungfernsee , der nach r. eine weite Ausschau gestattet. Vorwärts r. erhebt sich über dem Neuen Garten (Meierei; S. 110) der Pfingstberg ( S. 111). Geradeaus zeigen sich die Türme von Potsdam. L. werden nach und nach die Baulichkeiten des Glienicker Parkes (S. 106) sichtbar; r., ihnen gegenüber, liegt die Matrosenstation.
Jenseit der Glienicker Brücke folgt ein neuer Abschnitt der Fahrt. L. spiegelt sich das Palais des Prinzen Leopold (S. 105) in der Glienicker Lake, gradeaus schaut von grüner Höhe Schloß B abelsberg (S. 103) herab. Nach einer nochmaligen Einengung des Stromes steuert der Dampfer zwischen dem Babelsberger Park mit dem Flatowturm (1.), hinter dem Nowawes (S. h l) abseits bleibt, und der Berliner Vorstadt mit der Hl. Geistkirche (r.) nach Potsdam hinein, über dessen Teltower Vorstadt der Telegraphenberg den Hintergrund bildet,
14. Die Ufer der Havel vor Potsdam.
Vgl. die Karte S. 132. — Dampferverbindungen S. 101 u. 112.
Babelsberg. Glienicke. — Wer mit der Bahn von Berlin kommt, benützt am besten von Stat. Neu- Babelsberg (S. 99) den Dampfer über den Griebnitzsee; doch ist auch der Weg durch die Kolonie Neu-Babehberg angenehm. Von der Landungsstelle des Dampfers 1. aufwärts zum Rest. Babelsberg (nicht billig) und zum (5 Min.)