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Sonderheft 5, Theodor Fontane: Unveröffentlichte und unbekannte Gedichte Toaste und Verse 1838 bis 1896
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An Dick. Zum 32. Geburtstag von Richard Lucae 12. April 1861

Es gibt ein Lied,s dreißig Jahr, daß es in Wien erschien,

Die Dicken und die Dünnen heißts, von Anastasius Grün;

Er haßt sie beide, Dick und Dünn, das ist ein Mißgeschick.

Was dünn ist, geben wir ihm preis, doch lieben wir, was dick.

Was dünn und lang ist, mag kein Mensch:man sagt: ein langer Strick Doch wohltut was nur leise mahnt an Rundung und an dick,

Schon Caesar sagte:Cassius blickt mager, lang und hohl,

Dick sei, was mir zu nahe kommt, was dick ist tut mir wohl.

Ach, nur was dick ist, heimelt an, dick sein muß jedes Kind,

Dick naht und Menschen wachen auf, wo sonst nur Schemen sind, Dick naht und jeder wirft bei Seit die Elle im Genick,

Die Steifheit wird Gemütlichkeit es lebe unser Dick.

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Zum 14. November 1861. Geburtstag von Emilie

(George: 11 Jahre, Theo: 4 Jahre, Martha: 1 V u Jahre)

Ich bin der kleine Theodor Erkältung wirft sich mir aufs Ohr,

Dann hab im Ohr ich großen Schmerz,

Doch hab ich sonst ein gutes Herz.

Von ganzem Herzen wünsch ich hier:

Bin schließlich ich vergib es mir,

Und gebe Gott, daß dieser Tag Dir oft noch wiederkehren mag.

Martha, meine liebe Mama,

Ist auch mit ihren Wünschen da.

Der George ist Dir wohlbekannt,

Er wird Gorilla auch genannt,

Er ist ein tapfrer Bube,

Da frage nur Fritz Nube.

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