14 Blatt Rüdersdorf
Der Obere Geschiebemergel(m)
besitzt eine durchschnittliche Mächtigkeit von 5—6 m vnd bildet ansehnliche, landwirtschaftlich wertvolle Flächen auf der nördlichen Blatthälfte. In besonderen Fällen kann seine Dicke bis zu 16 m anschwellen;; vielfach verschwächt er sich indessen auf 2—3 m und. läuft schließlich über Sand aus a. Oberflächlich ist er gewöhnlich sandig, von lehmigem Sand bedeckt und in kalkfreien Geschiebelehm umgewandelt, unter dem man in alter Zeit den frischen, etwa 10-prozentigen Geschiebemergel zur Bodenmelioration in»Mergelgruben« herausholte. Beim Bau der Landstraße nördlich von Berghof fand man 1911 im Geschiebemergel viele Muschelkalkgeschiebe, die eine Bewegung des letzten Inlandeises von Osten nach Westen anzeigen; vermutlich war das nur die letzte Regung des schwach gewordenen und von der Kalkklippe abgelenkten HEises.
An die reinen Geschiebelehmflächen schließen sich solche mit auf
gelagerten Sanddecken(£) an, die ihrerseits oft in mächtige Ge
schiebesande übergehen.
Der Obere Geschiebesand(»Decksand«)(9s)
Der Obere Geschiebesand ist gewissermaßen die sandige Abart der Grundmoräne; er ist oft unmittelbar aus dieser durch Entfernung der Tonteilchen bei der Ablagerung in Gegenwart starker Schmelzwässer entstanden. Noch öfter scheint er sich durch Anschwemmungen oberflächlicher Schmelzgewässer auf dem tauenden HEise gebildet zu haben. Dort, wo Geschiebemergel sich auskeilt, vereinigen sich oft über- und unterliegende Sanddecken zu mächtigen, in sich nicht mehr
teilbaren Massen; sie sind auf der Karte als es bezeichnet. Vom'"Talsand‘ unterscheidet sich der Obere Geschiebesand durch seine Geschiebeführung und seine meistens unebene Oberfläche.
Wallberge(Oser)
An einer Stelle zeigt der Obere Sand eine besondere Ablagerungsform, nämlich diejenige eines breiten, mächtigen Walles. Derselbe
erstreckt sich von der Mündung des Mühlenfließes in den Kalksee bis
zum Bauersee. Der nördliche Teil dieses Walles ist durch mehrere große Sandgruben geöffnet, in denen man sieht, daß geschichteter Sand und hie und da auch feiner Kies den Hauptinhalt des Walles bilden. Man nennt solche Wallberge mit einem skandinavischen Fachausdruck»Oser« und erklärt sie als Schwemmsandfüllungen in Kistunneln, deren Wandungen weggeschmolzen sind., Sie liegen gern an Fluß- oder Seerinnen, deren Entstehung eine spätere und stärkere ‚Wirkung(derselben Schmelzgewässer offenbart, die anfangs im Histunnel, später in offener HEislücke seitwärts desselben einherströmten. Eine. verlassene schmale Schmelzwasserrinne begleitet unsern Os auf seiner Westseite. 1
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