Die geologischen Verhältnisse des Blattes
zu einem Tertiärgebiet, dessen Hauptverbreitung auf Blatt Schwedt liegt. Mehrfach wurden hier schokoladenfarbige Sandschmitzen gefunden, die in glimmerhaltige, lettige Lagen übergehen.
Zweifellose Kohlenletten wurden in dem Bohrloch Angermünde in einer. Tiefe von 50 bis 60 m beobachtet. Wie weit diese Schichten dem Pliozän, wie weit dem Miozän zuzurechnen sind, ist mit Sicherheit nicht zu entscheiden.
Die Tertiärschichten sind überall dort, wo sie an die Oberfläche treten, stark gestört. Sie verdanken ihr Zutagetreten einer Aufstauchung durch das Inlandeis, als der Eisrand die Angermünder Endmoräne bildete. So erklärt es sich, daß nur in ihrem Zuge die sonst tief liegenden Tertiärschichten an die Oberfläche kommen.
III. Diluvium
Die Bildungen des Diluviums oder Eiszeitalters nehmen bei weitem den größten Raum des Blattes ein. Es handelt sich im wesentlichen um die Ablagerungen des von Skandinavien herübergekommenen Inlandeises und seiner Schmelzwässer.
Auf der Karte sind Hochflächen- und Talbildungen
unterschieden worden.
Geschiebemergel. Von den Hochflächenbildungen ist die wichtigste der Geschiebemergel. Er stellt die Grundmoräne des ehemaligen Gletschers dar und ist ein inniges Gemenge von tonigen, fein- und grobsandigen Teilen, durchspickt mit Geschieben des verschiedenartigsten Gesteinscharakters. Die ganze Masse ist meist ohne deutliche Schichtung. Schwedische, Bornholmer, 7.'T. auch finnische Granite und Gneise und schwedische und estländische Kalke finden sich neben Feuerstein und anderen Gesteinen, die durch ihren petrographischen Charakter und ihre Versteinerungen bereits auf deutsches Gebiet, auf die Odermündungen, hinweisen. Gesteine weit voneinander getrennter Gebiete und von verschiedenartigstem geologischem Alter ruhen hier nebeneinander; die Geschiebe sind kanten} gerundet, geglättet und gekritzt. Diesem Verhalten gemäß ist der Mergel das Zermalmungsprodukt aller auf dem Wege vom Norden Europas her an die Basis des Inlandeises tretenden Gebirgsschichten, d.h. die Grundmoräne desselben. Unverwittert ist der Mergel in zahlreichen, leider wenig tiefen Gruben aufgeschlossen und wird vielfach zur Mergelung des Ackerbodens benutzt. Es ist meist schwach sandig und von rotbrauner Farbe, ‘ die nach der Tiefe zu in braun bis graubraun übergeht; nur