Teil eines Werkes 
Grad-Abth. 59, Bl. 24 = 2437 = [Neue Nr. 4351] (1924) Drebkau / bearb. durch O. Clausnitzer ..
Entstehung
Seite
18
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18; Blatt Drebkau

Die jungglazialen Ablagerungen der Hochfläche (Höhendiluvium) Ze sind vertreten durch Geschiebemergel,

Kies, Blockpackungen, Geröllpackungen und Geschiebe.

Der Obere Geschiebemergel, dm, die Grundmoräne des jüngsten Inlandeises, ist ein sandig-toniges, sich stets kratzig anfühlendes, im frischen Zustande stets kalkhaltiges Gebilde(sandiger Mergel, SM) von bläulichgrauer Farbe, das Gesteinstrümmer(Geschiebe) aller Größen und der verschiedensten Art regellos eingebettet enthält. Er ist das Produkt rein mechanischer Zerkleinerung; unverwitterte Gesteinsbrocken sind daher massenhaft in ihm enthalten. Zu seiner Bildung haben sämtliche Ge­steine beigetragen, die das Eis auf seinem Wege von Norden her antraf, aufnahm und unterwegs zermalmte. In frischem Zustande ist er ein knetbarer Gesteinsbrei gewesen, der am Grunde des Gletschereises zwischen ihm und dem anstehenden Boden fortbewegt wurde.

Durch die Jahrtausende lange Einwirkung der mit nur geringen Mengen von Kohlensäure, CO,, beladenen atmosphärischen Niederschläge ist der kohlensaure Kalk aus den oberen Teilen des Geschiebemergels ent­führt worden, und es ist, unter gleichzeitiger Oxydierung der in ihm ent: haltenen Eisenoxydulverbindungen, ein rötlichbraunes bis braungelbes, mehr oder weniger sandig-toniges Gebilde entstanden, der sandige Lehm, SL. Bei weiterer Ausschlämmung durch Regen und Schmelzwasser werden die. tonigen Gemengteile entführt, und es entsteht lehmiger Sand, LS, schwach lehmiger Sand, LS, und schließlich kiesiger(grandiger) Sand, GS. ; Letzterem können noch die sandigen Gemengteile entführt werden, so daß

schließlich nur grobes, vom Wasser nicht leicht wegschafibares Material zurückbleibt, der Kies(Grand), G, während das feine und feinste Material (letzteres die sogenannte Wassertrübe) weit forttransportiert wird. Den schwach lehmigen, den lehmigen Sand und den sandigen Lehm(LS, LS und SL) bezeichnet man zusammen als die Verwitterungsrinde des Ge­schiebemergels und stellt sie auf der Karte als Geschiebemergel dar. Seine jeweilige agronomische Zusammensetzung/ ist aus dem Ergebnis der Handbohrungen ersichtlich. Besonders mächtig sind die Verwitterungs­produkte LS und LS infolge ihrer leichten Bewegbarkeit an den Gehängen und in den Senken, wohin sie durch Regen- und Schmelzwasser und schließlich auch durch die Beackerung getragen werden; auf den Kuppen liegt dagegen der Lehm oder gar der volle Mergel zutage.

Die petrographische Beschaffenheit ist meist normal, d. h. das un­verwitterte Gestein ist als sandiger Geschiebemergel zu bezeichnen. Sehr häufig aber und auf recht ansehnlichen Flächen wird der Geschiebemergel durch starke Beimengung von feinsandigem oder fettem Ton diesem mehr oder minder ähnlich. Diese Flächen sind auf der Karte durch die weite schräge und, wo noch eine Sanddecke vorhanden ist, durch sich kreuzende schräge und senkrechte Schraffur und die geognostische Einschreibung

ds. dmb, bezw. ömb gekennzeichnet,