Die geologischen Bildungen des Blattes i1
feinen Sande hingegen sind reich an Beimengungen hellen Kaliglimmers, der in Form weißlicher glänzender Schüppchen und Blättchen den feinen Quarzkörnchen beigesellt ist. Schwarze weiche Körnchen, die mit ihnen gelegentlich vermengt sind, sind wohl aufgearbeitete kohlige Substanz.
Die Kohle selbst ist das wichtigste Glied der miocänen Ablagerungen. Sie bildet im Allgemeinen die beiden als Ober- und Unterflöz bezeichneten Ablagerungen, doch treten örtlich auch noch vereinzelte dünnere Lagen in ihrem Hangenden oder Liegenden auf, oder die Flöze spalten sich. Durch die Tagebaue in Kausche, Welzow und Haidemühl ist z. Z. nur das Oberflöz erschlossen, die Gruben Konsul und Anna bei Pulsberg jedoch bauen unter Tage bereits auf dem Unterflöz bezw. auf zwischengelagerten, wenig mächtigen Zwischenflözen.
Die Kohle des Oberflözes ist eine‘ gute Stückkohle mit wechselndem, aber immer vorhandenen Gehalt an Hölzern(Lignit). In ihr finden sich zahlreiche aufrechte, oft gewaltige Baumstümpfe der Nadelholzgattungen Taxodium und Sequoia, ein Beweis für die Autochthonie der Entstehung dieser Flöze. Die Braunkohle ist an Ort und Stelle aus einem ehemaligen Waldmoor, ähnlich den heutigen Waldmooren mit Faxodium in den Vereinigten Staaten Nordamerikas entstanden. Vielfach ist die Kohle schön geschichtet; manche Bänke sind holzarm, andere wiederum holzreich. Auch in der Farbe bestehen Unterschiede von ganz hellem bis zu tief dunklem Braun. Auf der Oberfläche des Flözes liegen zahlreiche Baumstämme, mitunter bis zu 24 m Länge, kreuz und quer, sind aber zumeist leicht auf einen bestimmten Stubben beziehbar. Ein Bild des einstigen Baumbestandes und seiner Verteilung bieten die'beiden folgenden, von Herrn Geh. Rat Keilhack ausgeführten Skizzen:;
Darstellung der Anordung von 16 Stämmen Zweite Gruppe, ebenda, 24 Stämme auf auf 1200 qm auf der Oberfläche der Kohle 1000 qm. in Clara I, Tgb. 3, Nordostecke.
Über die Lagerungsverhältnisse im Einzelnen und die Beziehungen dieser Bildungen zum Diluvium unterrichten die einzelnen Profile aus den Tagebauen von Kausche und Welzow im bergbaulichen Teil.
Das Diluvium
Im Diluvium des Blattes Jessen lassen sich zwei große Abteilungen unterscheiden, nämlich Bildungen der letzten Eiszeit und solche, die älter als diese sind.
Bekanntlich überdeckte zur Diluvialzeit das gewaltige, von Nordeuropa kommende Inlandeis zu wiederholten Malen während der sog. Eiszeiten das Gebiet ganz Norddeutschlands, doch waren die verschiedenen Vorstöße von recht verschiedener Ausdehnung; am weitesten südwärts bis zum Rand der deutschen Mittelgebirge reichte die, Eisdecke der