Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 30 [Neue Nr. 4451] (1924) Jessen / bearb. durch A. Klautzsch
Entstehung
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sie vielfach auch in geringer Mächtigkeit dem Geschiebemergel auf(8)

Sehr steinig und blockreich erscheinen sie in dem Höhenrücken bei Josephsbrunn. Als Sanderbildung(dsa) treten sie südlich von Gosda und Jessen bis gegen Pulsberg vor der Endmoräne auf und bilden hier einen flach zum Tal hin abfallenden Aufschüttungskegel vor der End­moräne. Örtlich treten hier auch kiesige Bildungen auf(dga). Das jüngere Diluvium erscheint im Kartengebiet nur an dessen Nordrand, wo die Sandablagerungen(dsa) vor der jüngeren Endmoräne sich in einer schmalen Zone ostwestlich erstrecken, die bei Welzow um die Höhen älteren Diluviums umbiegend, südwärts bei ProschimHaidemühl in das Urstromtal einmünden. Sie erscheinen von wechselndem Korn, das mit weiterer Entfernung von der Endmoräne immer feiner wird und sind reich an nordischen Geschieben neben solchen einheimischer Art. Sie zeigen ausgezeichnete Schrägschichtung. Örtlich lagern sie in dünner Decke dem Geschiebemergel 0°) auf, der oberflächenbildend sonst nirgends im Blattgebiet auftritt. Von gleicher Zusammensetzung er­scheinen die jungdiluvialen Sande der Hochfläche(8) in der Nordostecke des Blattes. Hier und bei Dollan treten auch noch Bildungen der jüngeren Endmoräne auf in Form von groben Blockpackungen(2G) oder als block­7 os

reiche Geschiebesande(ds i. Z.), z. T. über Blockpackung(©) oder Ge­

schiebemergel(812) als Kuppen und Rücken, an die sich der Sander

flach anlagert.

Zu der jungglazialen Ablagerung der Niederung gehören endlich die Talsande(das) des Urstromtales, die die ganze Südhälfte des Blattes erfüllen. Sie gleichen petrographisch den jungglazialen Hochflächensanden, sind aber zumeist feinsandiger als diese, zeigen aber eine ziemlich kiesige Bestreuung mit zahlreichen Beimengungen von Feuersteinen. Z. T. lagern sie örtlich älterem Geschiebemergel auf©). In einzelnen Rinnen und_ flachen Mulden sind sie durch alluviale Beeinflussung oberflächlich stark humos.

Das Alluvium

Alluvial sind alle die Bildungen, deren Entstehung mit dem Ver­schwinden des Inlandeises begann und bis heute sich noch fortsetzten. Ihre Ablagerungen erfüllen z. T. die Niederungen des Urstromtales, z. T. die Senken und Rinnen der Hochfläche. Sie sind teils humoser, teils sandiger und teils gemischter Art.

Zu den humosen Bildungen gehört der Flachmoortorf(if), der

in dünner Decke über Sand E in weiter Verbreitung auftritt, örtlich

auch abgebaut wird. Er besteht aus abgestorbenen und mehr oder weniger zersetzten Pflanzenteilen, die durch die Wasserbedeckung vor völliger Zersetzung geschützt werden.