Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 35 [Neue Nr. 4550] (1924) Hohenbocka / bearb. durch K. Keilhack
Entstehung
Seite
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Blatt Hohenbocka

Eruptivgesteine

Von solchen finden sich Granit, granit-porphyrische und Aplit-Gänge, Diabas und Kersantit. Ihre petrographische Beschaffenheit wurde von Dr. Georg Berg untersucht, der ‚darüber folgendes berichtet:

Granit

Die Granite vom Koschenberg sowohl als vom Steinberg zeigen sämtlich eine starke Hinneigung zum Granitporphyr. In einer mehr oder ­weniger feinkörnigen Grundmasse liegen in dichter Menge eingestreut bis erbsengroße Feldspatkristalle und, was besonders beweisend für die granit­porphyrische nicht eugranitische Natur der Gesteine ist, kleine deutlich dihexaederförmige, also automorphe Quarzkörnchen. Diese granit­porphyrische Natur ist in der Mitte der Granitmassen nicht wesentlich geringer als am Salband, sie ist also keine Randfazies. Doch sind immerhin die kleinen Apophysen, die der Granit ins Nebengestein aussendet, meist deutlicher porphyrisch als die großen stockförmigen Durchbruchsmassen. ­Die Grundmasse des Gesteins ist stets vollkristallin, sie ist teilweise so feinkörnig, daß sie erst mit mittleren mikroskopischen Vergrößerungen (80100 fach) in ihre einzelnen Komponenten aufgelöst werden kann, aber niemals wurde Glasgrundmasse oder Felsitsubstanz entdeckt. Meist stellt sie sich als eine Anhäufung mikroskopisch kleiner leistenförmiger Feldspatkristalle dar, deren Zwischenräume vom Quarz erfüllt sind. Gelegentlich, z. B. in einem Gestein vom Koschenberg greift auch der Quarz in buchtigen Partien in dem Feldspat ein, so daß die innige Durch­wachsung von Quarz. und Feldspat'einen) pegmatitähnlichen Habitus annimmt,

Der Orthoklas ist stets in mindestens zwei Generationen vorhanden, als porphyrischer Einsprengling und als Grundmassebestandteil. Bisweilen ist noch eine etwas gröbere unvollkommen porphyrische bezw. mikro­porphyrische Orthoklasgeneration in der Grundmasse zu beobachten. Die porphyrischen Feldspate sind meist zu Gruppen von 23 Individuen vereinigt..

Die Quarzdihexaeder zeigen stets starke Resorptionserscheinungen, oft sind sie zu formlos rundlichen Körnern ringsum abgeschmolzen. In einer Gesteinsprobe aus dem mittleren Teile des Steinberges wurde sogar eine Schlauchförmige Einstülpung ıder Grundmasse in eines der Quarz­körner festgestellt, wie es für echte Quarzporphyre so bezeichnend ist.

Plagioklas ist stets sehr wenig vorhanden, nur in einer Gesteinsprobe vom Ostende des Steinberges besteht ein Drittel des Feldspates aus saurem Oligoklas.;

Biotit bildet stets deutliche dicke Tafeln, ist aber nie vollkommen automorph. Die kleineren Biotite sind oft geradezu fetzenförmig und öfters deutlich gebogen. Die Farbe des Biotits ist im Dünnschliff grünlich oder nelkenbraun. Stets ist das Mineral porphyrisch entwickelt, d.h. von größerem Korn als die Mineralien der Grundmasse, dabei aber meist zu lockerem Aggregat zusammengehäuft. Auch in den feinstkörnigen Gesteinen sind solche Biotitputzen als kleine schwarzbraune Fleckchen mit der Lup nachweisbar./