Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 35 [Neue Nr. 4550] (1924) Hohenbocka / bearb. durch K. Keilhack
Entstehung
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Geologischer Bau 13

Muskovit bildet in der kleinkörnigen Grundmasse zackige aber einheit­liche, Individuen, meist von Quarz und Feldspat in allen Richtungen durch-­wachsen. An akzessonischen Gemensgteilen sind Zirkon, Rutil und Apatit zu nennen. In den Biotitputzen findet sich auch etwas Magnetkies.

Besondere Erwähnung verdient ein hornblendeführender Granit vom: östlichen Teil des Steinberges. Seine Masse zeigt dem unbewaffneten Auge kleine weiße porphyrische Feldspäte und zwischen ihnen eine feinkörnige nicht entwirrbare Grundmasse. Quarzdihexaeder fehlen. Plagioklas ist auffällig viel vorhanden. Der tiefnelkenbraune Biotit ist meist zu Aggregaten kleiner Blättchen vereinigt. Die blaßgrüne Hornblende (Achsenfarben graugrün und olivgrün) bildet kurze Prismen und pris-­matisch gestreckte Splitter, in einem der Schliffe sogar recht langsäulige Individuen. Zu den akzessorischen Gemengteilen tritt in diesem Gestein noch Magmnetit in kleinen Oktaederchen, die sich besonders dort häufen, wo­Biotit und Hornblende besonders reichlich zugegen sind. Apatit ist unge­wöhnlich viel vorhanden; Pyrit in einigen groben Kristallkörnchen umschließt kleine Hornblende- und Biotitkristalle. Das Gestein findet sich zwischen den Grauwacken, scheint also einen Gang zu bilden und ist vielleicht vom Granit auch petrographisch zu unterscheiden.

Eine eigentliche basische Schliere im Granit bildet ein Gestein aus dem. Steinbruch am Steinberge. Es unterscheidet sich jedoch makroskopisch und mikroskopisch von dem normalen Granitgestein nur durch die sehr reichliche Beteiligung des Biotites, der die aus Quarz und Feldspat bestehende Gesteinsmasse in dünnen Blättern kreuz und quer durchsetzt.

Ganggesteine

Gangförmig setzt der Granitporphyr an einigen Stellen mitten im Hornfels auf, Diese granitporphyrischen Ganggesteine zeichnen sich durch das Vorwalten einer sehr feinkörnigen dem bloßen Auge felsitartig erscheinenden Grundmasse aus. Eine Übergangsbildung, Granitporphyr mit sehr zahlreichen Einsprenglingen, findet man im Gebiet der verlassenen Steinbrüche südlich vom Koschenberg. Rein weiß, a plitisch mit zahl-­

‚reichen sehr kleinen Quarzeinsprenglingen ist ein Gestein, das ganz ver­einzelt wieit im Süden des Blattes auf der kleinen Kuppe südlich von Neukollm auftritt. Zwei weitere sehr feinkörnige granitporphyrische­Ganggesteine findet man gangförmig mitten im Hornfels des Steinberges; am Noridende des Schwarzkollmer Rückens. Beide führen keine Quarz­dihexaeder, sondern in dunkelgrauer hornsteinartiger Grundmasse sehr vereinzelte kleine Feldspäte. Eines der Gesteine führt etwas Hornblende .: und Magnetit. Dies und der Mangel an Quarzeinsprenglingen nähert: diese Ganggesteine. dem oben erwähnten hornblendeführenden aber wesentlich vollkristallineren Gestein.

Als nicht granitporphyrische Gangwgesteine sind Diabas und Kersantit­zu erwähnen.

Diabas ist im«Gegensatz zum Kersantit meist recht frisch und wohlerhalten. Stets ist er sehr feinkörnig, meist kann man die einzelnen Gemengteile erst mit einer starken Lupe von einander unterscheiden. Nur: das Gestein des mächtigen Diabasganges vom Koschenberg ist, abgesehen von seinen randlichen Partien, schon mit bloßem Auge als ein Gemenge: