Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 35 [Neue Nr. 4550] (1924) Hohenbocka / bearb. durch K. Keilhack
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VEIT

DE

Geologischer Bau 15

Der ganze Steinberg wird von Granit unterlagert, auf dem die kulmische Grauwacke zu schwimmen scheint. In der Nähe des Kontakts istder Hornfels von zahlreichen Gängen durchschwärmt, die aber von der ZU­

sammenhängenden Granitmasse. aus nur wenige Meter nach oben. reichen.

Im großen Steinbruch von Schwarzkollm sind diese Verhältnisse gut auf­geschlossen. Dieser. Steinbruch. am Nordwestabhange des Steinbergies beutet die Homfelse der Grauwacke aus und hat sich der Granitgrenze auf. 3050 m genähert.- In den einzelnen Terrassen des Steinbruches läßt sich nun deutlich erkennen, daß, je näher der Granitgrenze, um so häufiger Gramnitintrusionen im Hornfels auftreten, die immer höher empor­greifen, aber ohne die Oberfläche zu erreichen. Das in Abb. 2 dargestellte Stück des großen Steinbruches auf der Nordwestseite des Steinberges liegt ungefähr parallel der Grenze der Hauptgranitmasse und ist aus den Beobachtungen auf dem einzelnen Abbausohlen kombiniert. Im südöst­lichen Teile des Granitgebietes liegt eine mächtige Hornfelsscholle im Granit, die auf ihm zu schwimmen scheint. Danach würde sich für den Steinberg folgender Querschnitt von Nordwesten nach Südosten ergeben:

Steinberg_bei Schwarzkollm Nord-West-Süd- Ostprofil. NW SO

Sr LA ZZ A SA Ps

ZZ Geschiebesand Glimmersand Braunkohle Hornfels Granit Diluvium Miocän Kulm

Abbildung 3

Die Hornfelse besitzen. eine bankförmige Absonderung, die mit der Schichtung nichts zu tun hat. Letztere ist sehr schwierig zu beobachten nach petrographisch abweichenden Einlagerungen; an einer Stelle im süd­westlichen Teile des Berges konnte ihr Einfallen zu 70°; ihr Streichen als NordostSüdwest, also quer zur. Achse des Berges bestimmt werden.

Diabas wurde am Steinberge nicht beobachtet, dagegen je ein Gang von Granitporphyr und von Kersantit von je etwa 1m Stärke. Der Stein. bruch im Schwarzkollmer Steinberge bietet heute vorzügliche Gelegenheit zum Studium von Granitintrusionen in Sedimente und ist das Berlin am nächsten gelegene und sehr bequem von der Station Schwarzkollm der Falkenberg-Kohlfurter Bahn zu erreichende Vorkommen ausgezeichneter Kontaktmetamorphose und verwickelter Intrusionserscheinungen.

Ganz anders. ist der Koschenberg gebaut. Er besteht ganz über­

wiegend aus Grauwacke, die im Nordwesten. in schönen.violett­

schimmernden Hornfels umgewandelt ist, im Südosten des Dorfes aber

nur wenig verändert erscheint und ihren sandigen Charakter noch deutlich

erkennen läßt. Sie wird von einem etwa 200 m. langen und 30 m breiten

Diabasstock durchsetzt, der früher im Ausgehenden eine ausgezeichnete Blatt, Hohenbocka . 2