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Grad-Abtheilung 59, Blatt 35 [Neue Nr. 4550] (1924) Hohenbocka / bearb. durch K. Keilhack
Entstehung
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Geologischer Bau 17

Nur die mit* bezeichneten Schichten sind auf dem Blatte auf­geschlossen und liegen zutage, die älteren Schichten sind nur erbohrt, die jüngeren nur auf dien nördlich und nordwestlich anschließenden Blättern voll entwickelt.

Neben dieser über weite Gebiete der Niederlausitz verbreiteten Schichtenfolge findet sich noch eine zweite, abweichend entwickelte, die auf die Südwesthälfte von Blatt Hohenbocka, die Nordhälfte von Blatt Berns­dorf und den südwestlichen Teil von Blatt Hoyerswerda beschränkt ist; sie ist nur durch eine Anzahl von Bohrungen in der Forst Hoyerswerda und durch den auflässigen Bergbau der Grube Saxonia auf Blatt Bernsdorf und einiger kleinerer Gruben bei Johannistal bekannt. Im Gegensatz zu der Hauptentwicklung ist die Braunkohlenformation dieses Gebiets- nicht eben gelagert, sondern in eine Anzahl von Sätteln und Mulden zusammen-­geschoben. Ferner läßt sich die oben dargestellte allgemeine Schichten­folge in diesem Gebiet nicht wiedererkennen, vielmehr finden; sich hier bis zu 5 Flöze von wechselnder Mächtigkeit. So ergaben drei Bohrungen in den Jagen 360, 364 und 365 in der Nähe des Südrandes unseres Blattes: folgendes Profil:

Jagen 360- Jagen 364 Jagen 365 Decke 24,70 Decke 8,60 Decke 11,00 Kohle 4,35 Kohle 1,20 Kohle 10,80 Mittel 2,05 Mittel 0,45 Mittel 10,75

_ Kohle 2,05 Kohle 0,20 Kohle 1,90 Mittel 10,10 Mittel 1,15 Mittel 2,95 Kohle 2,15 Kohle 0,15 Kohle 3,50 Mittel 6.40 Mittel- 11,65 Liegendes 57,35 Kohle 0,90 Kohle 2,55 Mittel 11,10 Liegendes 28,40 Kohle 1,50

Diese Profile lassen sich weder unter sich, noch mit dem obigen Normalprofil der Niederlausitz vergleichen und gehören offenbar zu einem: völlig anders entwickelten Braunkohlenbecken, welches sich in etwa 3% km Breite von Johannistal über Leippe, die alte Grube Saxonia und Neukollm bis in die Gegend von Hoyerswerda erstreckt. Daß sie von den beiden Entwicklungsreihen der Braunkohlenformation die ältere ist, ist eine Vermutung, welche die größere Wahrscheinlichkeit für sich hat.

1. Die tiefsten Kaolin führenden Schichten

Als die Miocänformation begann, hatte das Hügelland der Ober- und der Niederlausitz eine endlose Festlandszeit hinter sich, während der es in weitgehender Weise bis in beträchtliche Tiefe hinab verwittert und mehr oder weniger in Kaolin umgewandelt wurde. Auf solcher kaolinisch zersetzten Grauwiacke liegt das Braunkohlengebirge unter der Kolonie ‚Erika. Dort ergab eine Bohrung nach Wasser folgendes Profil:

Yon O0vU bıs z4,50u m Diluvaum

24,50 Braunkohlenformation

3 76,00 Kaolinton mit Einlagerungen von Sand oder zersetzter Grauwacke­» 101,00 Heller plastischer Kaolinton mit Sandsteinbänken

108,00 Sandiger Kaolinton mit Sandsteinbänken

» 117,00 Klüftige Grauwacke

Die Verwitterungsbildungen haben hier also eine Mächtigkeit von 41 m. An anderer Stelle ist in das Gebiet, welches sich im Bereich der

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