Niederlausitz . bezw. ihres Unterflözes ausdehnt, zuerst von Süden her sandiger schneeweißer Kaolin eingeschwemmt worden. Eine Bohrung im Tagebau Marga bei Senftenberg hat solche Kaolinsande in einer Mächtigkeit von 62 m als Basis des Tertiärs angetroffen.
2. Der liegende Glimmersand
Er ist, einschließlich einer ihm eingelagerten Lettenbank bis 55 m mächtig und auf unserm Blatt als Liegendes des Tagebaus Heye III bei Wiednitz aufgeschlossen. Er besteht aus einem grauen feinkörnigen Quarzsand, dem zahllose Blättchen weißen Glimmers beigemengt sind. Diese Glimmersande sind aufzufassen ‚als Ablagerungen in einem-ausgedehnten See, der sich von unserm Blatte aus mindestens 50 km nach Norden und von Liebenwerda im Westen bis in die Gegend von Uhyst im Osten erstreckte. Als dieser See durch die von südlichen Flüssen hereingeführten Glimmersande bis nahe an seinen Spiegel aufgefüllt war und bereits große Flächen in ihm trocken gelegt waren, wurde durch die Tätigkeit des Windes der Glassand erzeugt.
3. Der Glassänd
Er ist ein außerordentlich gleichkörniger reinweißer Quarzsand, in welchem andere Mineralien fast gar nicht vorkommen. Der Durchmesser der Quarzkörner schwankt innerhalb der außerordentlich geringen Grenzen von 0,25 und 0,30 mm. Die einzelnen Körner sind nur zum kleinen Teil gut abgerollt, zum größeren Teil sind sie noch eckig und mit abgerundeten Kanten. Der Glassand hat entweder Parallel- oder Kreuzschichtung. Seine auffallende Reinheit und die ungewöhnlich gleichmäßige(Größe seiner Körner erklären sich aus seiner. Entstehung; er ist aus dem Glimmersand vom Winde ausgeweht und auf dem trockenen Lande zu Dünenhügeln ‚angehäuft worden. Die leichten Glimmerblättchen sind. wahrscheinlich vom Winde weit fortgettagen und an andern Stellen wieder abgesetzt worden! Selbst die Form ıdieser alten miocänen. Dünen-ist zum Teil noch erhalten. Im Liegenden des Flözes im Tagebau Erika zeigte der Glassand nach Abräumung der Kohle im westlichen Teile eine kurzwellenförmig bewegte. Oberfläche— genau wie in einer typischen heutigen Dünenlandschaft, und im östlichen Teile des gleichen. Tagebaus liegt eine 8&—10 m hohe, fast 100 m breite, im November 1922 bereits in Länge von 1500 m aufgeschlossene, schnurgerade von Nordwesten nach Südosten verlaufende Strichdüne,. die uns diese Himmelsrichtung als diejenige der herrschenden Winde jener Zeit aufbewahrt hat.;
Der Glassand tritt an mehreren Stellen unseres Blattes auf, aber überall nur in künstlichen Aufschlüssen; die technisch wichtigsten liegen zwischen dem Koschenberg und Bahnhof Hosena auf einer schmalen langgestreckten Fläche, die man vielleicht als eine alte Nehrung zwischen zwei im Nordwesten und Südosten folgenden Wasserbecken betrachten darf. Hier. wird der Glassand von etwa einem halben Dutzend größerer tagebauartiger Gruben ausgebeutet, die zum Teil die Gewinnung von Glassand und Braunkohle vereinigen.;;
Das Profil einiger dieser Gruben mit zeichnerischer Darstellung der Lagerungsverhältnisse möge hier zunächst folgen.