Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 35 [Neue Nr. 4550] (1924) Hohenbocka / bearb. durch K. Keilhack
Entstehung
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Geologischer Bau 33

mühle und der Plutomühle, bei Lauta und der Kolonie Lautawerk, in einer Anzahl geschlossener Becken zwischen Leippe und Lauta und als Ausfüllung eines älteren Elsterlaufes zwischen Tätzschwitz und Groß­Koschen sowie in der Umgebung von Geierswalde .

Wir können zwei Arten von Torf auf unserm Blatt unterscheiden: 1. Flachmooörtorf, in nährstoffreichem Wasser entstanden, 2. Zwischen­moortorf, der in weniger nährstoffreichem Wasser sich gebildet hat. Beide unterscheiden sich durch die ganz verschiedene Pflanzendecke. Während ıder Flachmoortorf Erlen und(Eschen, aber in bewaldeten Flächen. der Forst. Hoyerswerda auch Fichten trägt, ist der Hauptbaum des Zwischenmoors die Birke. Zwischenmoortorf findet sich auch bei der Bärmühle und Plutomühle, ferner beiderseits des Weges Lauta Johannestal und östlich Neukollm. Alle übrigen Torflager gehören dem Flachmoortorf an. Die Mächtigkeit des Torfes beträgt bis zu 3 m(Jagen 365 der Forst Hoyerswerda ), meist aber erreicht sie nur 12 m und in eıner großen Fläche südlich Leippe nur%1 m. Den Untergrund des Torfes bilden entweder alluviale Sande oder, wie südlich Leippe, grobe helle Talkiese.

2. Moorerde(ah). Mit diesem Namen bezeichnen wir einen sandigen. bis sehr sandigen Humus, der in meist geringer Mächtigkeit von. 26' dm flache Einsenkungen der zahlreichen Rinnen überkleidet; _ seinen Untergrund bildet in allen Fällen Sand und kiesiger Sand.

3. F1lußsand(as). Er findet sich an der Oberfläche lagernd nur zwischen Tätzschwitz . und Groß Koschen im Elstertal beiderseits. des älteren gewundenen Elsterlaufs; der sich heute nur noch in schlangen­förmigen. Torfrinnen verrät. Es ist ein steinfreier bräunlicher Sand, zu oberst kräftig humifiziert, der sich durch den Mangel an Kiesbeimengungen und die etwas tiefere Lage: scharf von der höheren und minder fruchtbaren. Talsandstufe abhebt.

4. Dünensand(D). Es ist ein vom Winde zusammengetragener Sand}; er tritt auf unserm Blatte stark zurück. Nur östlich Geierswalde und in dem Teichgebiet im nordwestlichen Achtel des Blattes finden sich einige zusammengewehrte Sandhügel.

5. Schlick(asf) ein feinsandiger kalkfreier Ton, ist durch die Hochwasser der Elster als deren feinster Absatz abgelagert. Er findet sich im Überschwemmungsgebiete der Elster als durchschnittlich%/, km breiter Streifen und erreicht hier eine Mächtigkeit von 410 dm. Die Ablagerung von Schlick wie auch von Flußsand ist heute im Gebiete der Elster(durch deren Kanalisation unmöglich gemacht. Den Untergrund des Schlickes bildet Elstersand.

Abrutsch- und Abschlämmassen(«), durch Regen und Schmelzwasser, besonders aber bei Wolkenbrüchen von den Gehängen in Rinnen und Einsenkungen eingeschwemmte Bodenteile, zeigen demgemäß hinsichtlich ihrer Zusammensetzung je nach dem Gehänge mancherlei Verschiedenhieiten und bestehen meist aus mehr oder weniger lehmigen oder humosen Sanden. Sie sind auf die abflußlosen Becken und Rinnen

südlich von Johannestal beschränkt.

Als aufgefüllter Boden(A) sind die Abraumkippen der Braun­kohlen- und Glassandgruben zusammengefaßt worden.

Die auf dem Blatte vorhandenen Teiche sind sämtlich künstlicher Entstehung.

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