Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 26, Blatt 48 [Neue Nr. 2739] (1922) Schmolde / bearb. durch C. Gagel ..
Entstehung
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Das Diluvium 11

mit den entsprechenden Bildungen der jetzigen Gletscher mit Gewißheit ergibt, nichts anderes als eben die Grundmoräne des diluvialen Inland­eises, die durch den. gewaltigen Druck dieser ungeheuren sich vorschieben­den Eismasse aus den zermalmten Gesteinen und Bodenarten, die vorher ‚die Oberfläche Skandinaviens und Norddeutschland bildeten, zu einer einheitlichen Masse zusammengeknetet. wurde.

Durch diese Entstehung erklären sich die auffallenden Eigenschaften des Geschiebemergels, ‚das schichtungslose Durcheinander von großen, zum Teil riesigen?) Blöcken, Kies, feinem Sand und Ton, die Glättung und Kritzung der oft nur kantengerundeten, nicht vollständig runden, größeren Bestandteile, das Beisammensein von Gesteinen verschiedensten Alters und verschiedenster Herkunft, der damit zusammenhängende Wechsel der petrographischen Beschaffenheit oft auf kurze Entfernung,/ von sehr sandiger bis zu ganz. toniger, kaum als solcher erkennbarer Moräne!, die Einschaltung kleiner geschichteter Bildungen, wie Sand-, Kies- und, Tonnester mitten. in der ungeschichteten Grundmoräne, die nichts sind als kleine, von den am Grunde des Eises zirkulierenden Schmelzwässern ausgewaschene und umgelagerte Teile der Grundmoräne, das Auftreten von Schlieren und Linsen verschleppter älterer Bildungen, wie Braun­kohle und Alttertiärton im normalen Geschiebemergel. usw. Als dann das Inlandeis abschmolz und sich zurückzog, mußte natürlich die von den Schmelzwässern.durchfeuchtete und bildsame. Grundmoräne durch den ungleichmäßigen Druck des abschmelzenden Eisrandes zu unregelmäßigen _ Hügeln aufgepreßt werden, so daß"oft mitten aus den grundlosen, viele Meter mächtigen Sanden öfter kleine Geschiebemergelkuppen so weit in die Höhe kommen, daß sie mit dem Bohrer ‚gefaßt werden. Der Ge­schiebemergel zeigt meistens die übliche, etwas sandige Beschaffenheit und gelbbraune Farbe, zum Teil ist er aber sehr tonig durch Aufarbeitung älterer(Tertiär-)Tone und z. B. in dem großen Aufschluß der Ziegelei Predöhl ergibt sich, daß er hier nur aus einer Lokalmoräne von ıTertiärton mit nor­dischen Geschieben und wenig nordischem Sand besteht. Auch auf dem Gie­senhagener und Warnsdorfer Gebiet ist er vielfach von schwertoniger Be­schaffenheit, ebenso auf den Feldern von Halembeck; andererseits besteht er stellenweise wieder aus einem sehr sandigen, steinigen, kaum noch lehmigen Moränenschutt, auf den man nicht mehr die Bezeichnungsweise Lehm bzw.Mergel anwenden kann, so z. B. in der Umgebung von Giesenhagen usw. In der großen Lehmgrube der nördlichen Ziegelei von Meyenburg , dicht an der Meyenburger(Bergsoller) Gutsgrenze sah man im Herbst 1920 ebenfalls ganz genau, wie die Grundmoränen hier aus einem sehr tonigen Lehm bzw. aus steinigem fetten Ton ibestand unter einer 57 Dezimeter starken Rinde von kaum lehmigem Geschiebesand. Doch war dieser fette Ton hier offenbar: kein Tertiärton, sondern ein dilu­vialer Ton der nach unten stellenweise in richtigen Bänderton überging. "Die leider erst ganz zum Schluß der Aufnahme erlangten Ergebnisse

2) Es sind zum Teil ganz riesige Blöcke, die im Geschiebemergel dieses Gebiets stecken. So wurde bei Gerdshagen beim Dampfpflügen ein etwa 6 cbm großer Granitblock gefunden, der noch beim Gut liegt und auf den Stepenitzwiesen bei Penzlin liegt oder lag ein Block von> 4.3.> 1,7 m Durchmesser.