Das Diluvium 11
mit den entsprechenden Bildungen der jetzigen Gletscher mit Gewißheit ergibt, nichts anderes als eben die Grundmoräne des diluvialen Inlandeises, die durch den. gewaltigen Druck dieser ungeheuren sich vorschiebenden Eismasse aus den zermalmten Gesteinen und Bodenarten, die vorher ‚die Oberfläche Skandinaviens und Norddeutschland bildeten, zu einer einheitlichen Masse zusammengeknetet. wurde.
Durch diese Entstehung erklären sich die auffallenden Eigenschaften des Geschiebemergels, ‚das schichtungslose Durcheinander von großen, zum Teil riesigen?) Blöcken, Kies, feinem Sand und Ton, die Glättung und Kritzung der oft nur kantengerundeten, nicht vollständig runden, größeren Bestandteile, das Beisammensein von Gesteinen verschiedensten Alters und verschiedenster Herkunft, der damit zusammenhängende Wechsel der petrographischen Beschaffenheit oft auf kurze Entfernung,/ von sehr sandiger bis zu ganz. toniger, kaum als solcher erkennbarer Moräne!, die Einschaltung kleiner geschichteter Bildungen, wie Sand-, Kies- und, Tonnester mitten. in der ungeschichteten Grundmoräne, die nichts sind als kleine, von den am Grunde des Eises zirkulierenden Schmelzwässern ausgewaschene und umgelagerte Teile der Grundmoräne, das Auftreten von Schlieren und Linsen verschleppter älterer Bildungen, wie Braunkohle und Alttertiärton im normalen Geschiebemergel. usw. Als dann das Inlandeis abschmolz und sich zurückzog, mußte natürlich die von den Schmelzwässern.durchfeuchtete und bildsame. Grundmoräne durch den ungleichmäßigen Druck des abschmelzenden Eisrandes zu unregelmäßigen _ Hügeln aufgepreßt werden, so daß"oft mitten aus den grundlosen, viele Meter mächtigen Sanden öfter kleine Geschiebemergelkuppen so weit in die Höhe kommen, daß sie mit dem Bohrer ‚gefaßt werden. Der Geschiebemergel zeigt meistens die übliche, etwas sandige Beschaffenheit und gelbbraune Farbe, zum Teil ist er aber sehr tonig durch Aufarbeitung älterer(Tertiär-)Tone und z. B. in dem großen Aufschluß der Ziegelei Predöhl ergibt sich, daß er hier nur aus einer Lokalmoräne von ıTertiärton mit nordischen Geschieben und wenig nordischem Sand besteht. Auch auf dem Giesenhagener und Warnsdorfer Gebiet ist er vielfach von schwertoniger Beschaffenheit, ebenso auf den Feldern von Halembeck; andererseits besteht er stellenweise wieder aus einem sehr sandigen, steinigen, kaum noch lehmigen Moränenschutt, auf den man nicht mehr die Bezeichnungsweise „Lehm‘“ bzw.„Mergel“ anwenden kann, so z. B. in der Umgebung von Giesenhagen usw. In der großen Lehmgrube der nördlichen Ziegelei von Meyenburg , dicht an der Meyenburger(Bergsoller) Gutsgrenze sah man im Herbst 1920 ebenfalls ganz genau, wie die Grundmoränen hier aus einem sehr tonigen Lehm bzw. aus steinigem fetten Ton ibestand unter einer 5—7 Dezimeter starken Rinde von kaum lehmigem Geschiebesand. Doch war dieser fette Ton hier offenbar: kein Tertiärton, sondern ein diluvialer Ton der nach unten stellenweise in richtigen Bänderton überging. "Die leider erst ganz zum Schluß der Aufnahme erlangten Ergebnisse