Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 26, Blatt 48 [Neue Nr. 2739] (1922) Schmolde / bearb. durch C. Gagel ..
Entstehung
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es eine Untereocänbildung vom Alter des Londontons. In der Ton­grube ‚ist noch einige Meter tief in dem Ton gebohrt worden, ohne daß er durchbohrt wäre! Derselbe Ton ist auch in einer Mergel­grube westlich von AHalenbeck, ‚sowie in einzelnen Handbohrlöchern südlich und südwestlich von Giesenhagen im Geschiebemergel gefunden worden.;

Braunkohle!

In zwei Ausbauten bei Predöhl ist beim Brunnengraben im Ge­schi ebemergel in 10 m Tiefe eine ‚75 cm starke Schicht von Braun­kohlen gefunden worden, die sehr unrein waren, schlecht brannten und wieder vonblauem Ton(Geschiebemergel) ‚unterlagert wurden; ebenso ist nach Aussagen des Besitzers bei Halenbeck beim. Dränieren stellen­weise etwas Braunkohle in ganz geringer Tiefe gefunden.

Bei der nachgewiesenen, sehr großen Mächtigkeit des. Oberen Ge­schiebemergels von über 50 m kann es sich bei all diesen Vorkommen nicht um anstehende Braunkohlen, sondern nur um verschle ppte kleine Schollen handeln, die im Geschiebemergel stecken, wie der Sach­verhalt aus dem Brunnen bei Predöhl ergibt. Irgendwelche wirtschaft­liche Bedeutung kommt den Funden nicht zu.

Das Diluvium.

Die Bildungen des Diluviums zerfallen in ungeschichtete und ge­schichtete. Erstere, die Geschiebemergel, sind die Grundmoränen des Inlandeises, die durch den ungeheuren Druck der gewaltigen, sich allmählich von N nach S vorwärtsschiebenden. Eismasse zermalmten und zu einer einheitlichen Bildung ineinander gekneteter Gesteine und Boden­arten, die vor dem Herannahen des Inlandeises die Oberfläche Skandi­ naviens und Norddeutschlands bildeten; letztere, die Kiese, Sande, Mergelsande und Tonmergel sind Wasserabsätze, die durch Ausschlämmen mittels der Schmelzwässer des Inlandeises aus den Grundmoränen ent­standen und vor bzw. unter und über denselben abgesetzt sind.

Die den Oberen Geschiebemergel unterlagernden, wasserführenden Sande Ös, bzw. ds sind nur aus einigen tieferen Brunnenbohrungen, so z. B. bei Gerdshagen , bekannt geworden sie unterscheiden sich in nichts von. den Oberdiluvialen Sanden über dem Geschiebemergel.

Der Geschiebemergel(0m).

Der Geschiebemergel spielt im Kartenbild von Blatt Schmolde eine sehr wesentliche Rolle; er nimmt oberflächlich die Hälfte des Blattes ein und ist unter den Geschiebesanden sicher überall in größerer'oder geringerer Tiefe vorhanden, da er unter ihnen schon vielfach in Mergel­gruben, Wege- und Bahneinschnitten und Brunnenbohrungen gefunden ist.

Der Geschiebemergel ist seiner petrographischen Beschaffenheit nach ein sehr inniges, vollständig schichtungsloses Gemenge von ‚Fon, feinem, und grobem Sand, Kies und größeren und kleineren, geglätteten und ge kritzten, mehr oder minder kantengerundeten Gesteinsblöcken verschie­denster Beschaffenheit und Herkunft. Er ist, wie sich aus dem Vergleich