12 Blatt Schmolde
dieses Aufschlusses lassen es auch als einigermäßen zweifelhaft er
scheinen, ob alle die als ök bzw. bezeichneten Bildungen, so ins
Ös - ÖK besondere bei Grabow und Kammermark, wirklich oberdiluviale. Tone oder nicht vielmehr auch derartige ältere, in. die Grundmoräne verarbeitete Diluvialtone sind— ohne größere Aufschlüsse, rein mit dem Bohrer, lassen sich diese Fragen nicht zur Entscheidung bringen.
An anderen Stellen, oft unmittelbar neben derartigen aus aufgearbeiteten Ton bestehenden Moränen, ist die Grundmoräne bis zu reichlich 2,5—3 m Tiefe fast rein sandig, so sandig, daß sie im Bohrer ebenfalls nicht als Moräne zu erkennen wäre. Die Aufschlüsse bei den Dränierungsarbeiten südlich: Frehne im Herbst 1920. zeigten z. B. in den ganzen langen Gräben. die deutlichste Moränenstruktur aber nur im reinen bzw. kiesigen Sand und erst in 1,2—1,5m Tiefe gingen diese reinen Sande ganz allmählich in schwachlehmige Sande über.
In der großen Lehmgrube der südlichen Ziegelei von Meyenburg , am Gerdshagener Weg, zeigten im Herbst 1920 Bohrungen bis zu mehr als 2,20 m Tiefe einen tiefrotbraunen, etwas sandigen. Geschiebele h m mit Linsen, Schlieren und ausgewalzten Streifen von fettem graugrünen Tertiärton unbestimmten Alters; auffallend war hier die ungewöhnlich tiefgehende und ungewöhnlich intensive eisenschüssige Verwitterung des Geschiebelehms, während in den Lehmgruben dicht südlich der Stadt Meyenburg die kalkreiche Infiltrationszone des Mergels unter dem Lehm schon in 1—1,20 m Tiefe liegt. Auch in zahlreichen Bohrungen auf der Westhälfte des Blattes wurde vielfach ein ganz auffallend roter Geschiebelehm beobach:tet, der aber häufig nicht in der ganzen Tiefe der Bohrung auftrat sondern sich meist nur auf einige Dezimeter bis zu einem Meter Mächtigkeit beschränkt. Inder Gegend südwestlich von Giesenhagen wurden mit dem Handbohrer unter dem sehr fetten Geschiebelehm vielfach' in etwa 2m Tiefe ganz reine, sehr fette, grünlich-gelbliche Tone gefunden, die anscheinend mit dem Tertiärton der ehemaligen Ziegeleigrube Predöhl übereinstimmten — es war aber nie zu entscheiden, ob es sich hier um’ eine fremde Schichtlage unter dem Geschiebemergel bzw. um größere Schollen in ihm handelte, oder ob es nur kleine Schlieren waren,— deshalb sind diese vereinzelten Handbohrergebnisse in der Karte nicht verzeichnet.
In der Lehmgrube.beim Gute Gerdshagen sind ganz auffallend viel Geschiebe von den sonst so seltenen ober-devonischen Dolomiten(Heimat Kurland bzw. das benachbarte Baltikum) vorhanden, ähnlich wie in der Geschiebepackungskuppe südlich von Rheinsberg (siehe Erläuterungen zu Blatt Dierberg).|
Bei zwei Brunnenbohrungen auf dem Rittergut Gerdshagen , bei denen bis zu, 19 bzw. 38m Tiefe einwandfreie Proben der durchbohrten oberen Grundmoräne vorhanden waren, wurden davon Kalkbestimmungen gemacht, um zu ermitteln, wie sich der Kalkgehalt der oberen Grundmoräne etwa mit der Tiefe ändere und dabei wurde festgestellt, daß ‚dieser Kalkgehalt zwischen 10 und 20,5% schwankt.