Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 34 [Neue Nr. 4549] (1927) Ruhland / geologisch und agronomisch bearb. durch P. Assmann
Entstehung
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a) Der liegende Glimmersand

besteht aus einem grauen, feinkörnigen Quarzsand, dem. zahllose Blättchen weißen Glimmers beigemengt sind. Er ist von den Tief­bohrungen auf Braunkohle im nördlichen Teil des Blattes Ruhland niemals durchteuft worden, da der Bergmann. weiß, daß in der hiesigen Gegend im Liegenden des Unterflözes keine Braunkohlen inehr. vor­handen sind. Infolgedessen können hier keine Angaben über die Mächtigkeit der Glimmersande gemacht werden. Anders auf dem südlichen Teile des Blattes. Dort wurde z. B. in der Bohrung 7 unter dem ersten Braunkohlenflözchen 11,50 m brauner und grauer, feiner Glimmersand. festgestellt, der von. einer 5,20 m mächtigen Schicht von kiesstreitigem Braunkohlenletten unterlagert wird. S Im Liegenden des Unterflözes ist öfter noch eine bis 70 cm mächtige Schicht von Braunkohlenletten entwickelt, die auf der Grube Viktoria IF gut zu beobachten ist.

b) Der Glassand

ist ein außerordentlich gleichkörniger, reinweißer Quarzsand, in wel­chem ‚andere Mineralien fast gar nicht vorkommen. Der Durchmesser der Quarzkörner schwankt innerhalb der außerordentlich geringen Grenzen von 0,25 und 0,30 mm. Die einzelnen Körner sind nur zum kleinen Teil gut abgerollt, zum größeren Teil noch eckig und mit abgerundeten Kanten versehen. Der Glassand hat. entweder Parallel­oder Kreuzschichtung. Seine auffallende Reinheit-- er enthält nur ganz verschwindend wenig Glimmerblättchen erklärt sich aus seiner Entstehung als Dünensand. Auf Blatt Ruhland ist er durch kieseliges Bindemittel auch vielfach zu einem mürben Sandstein verkittet. Glas­sande sind in dem zwischen Guteborn und Hohenbocka gelegenen Forst nördlich des Weges Guteborn-Hohenbocka verbreitet, wo sie in einer bis 800 m breiten Zone entweder als Sandsteine das Diluvium klippenartig durchragen, oder als lockere Sande eine wenig ınächtige Decke jüngerer Schichten besitzen. Sie sind hier in einer Anzahl klei­nerer und größerer Glassandgruben. bis zu 8 m Mächtigkeit auf­geschlossen, von denen gegenwärtig noch zwei in Betrieb sind. Die in der Nähe von Guteborn gelegene Grube gewinnt nebenbei auch Braunkohle.

c) Die Braunkohle

Von den beiden Flözen der Niederlausitz kommt auf Blatt Ruh­ land nur das Unterflöz vor. Es ist durch eine große Anzahl von Bohrungen nördlich der Bahnlinie HohenbockaRuhland- festgestellt ­worden und hat zur Zeit seiner Entstehung den ganzen nördlichen Teil des Blattes Ruhland eingenommen. Mit Hilfe dieser zahlreichen Tiefbohrungen, die von den in hiesiger Gegend Bergbau treibenden Gesellschaften gestoßen worden sind, war es auch möglich, nicht nur die Grenzen des Flözes in die Karte einzutragen, sondern auch die Gestalt-seiner Oberfläche und damit. seine Lagerung durch Schicht­linien. der. Flözoberfläche von 5 zu 5 Metern in der Nordhälfte des