Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 34 [Neue Nr. 4549] (1927) Ruhland / geologisch und agronomisch bearb. durch P. Assmann
Entstehung
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Oberflächenformen und Gewässer 15 werda als eine Gruppe parallel verlaufender Höhenzüge entwickelt ist. Auffällig ist, daß der Weinberg fast ausschließlich aus einheimi­schem Material aufgebaut ist, insofern also den meisten Endmoränen­rücken auf Blatt Hohenbocka gleicht, während die übrigen Teile der Endmoräne bei Guteborn einen großen Prozentsatz nordischer Bestandteile enthalten.

Die auf dem südöstlichen Teil des Blattes Ruhland gelegene Hoch­fläche wird durch Beckensande(das) gegliedert, die sämtlich ebenfalls zur Zeit der zweiten Vereisung entstanden sind. Es sind Sande, die sich z. T. nur wenig von den in der Nähe anstehenden Hochflächensanden ‚unterscheiden. Sie wurden gebildet, als sich das Eis aus dieser Gegend zurückzog, wobei die Schmelzwasser Sande von den Höhen hinunter­und in Becken zusammenführten. Diese: Einebnung wurde ‚später durch die: Tätigkeit der Atmosphärlien noch. lange fortgesetzt, bis die in postglazialer Zeit entstandene Vegetationsdecke eine Abtragung in größerem Ausmaß verhinderte. In der gleichen diluvialen Periode entstand auch das Tal des Schwarzwassers, in dem Grünewald liegt. Es nahm einen Teil der Schmelzwasser von dem im Norden lagernden Gletscher. auf und geleitete sie nach Westen weiter. Dabei wurden bis über Hermsdorf hinaus Talsande angehäuft, die noch heute 5 bis 10 m über dem eigentlichen Niveau des jungglazialen Urstromtals liegen.: y

d) Die Bildungen der dritten Eiszeit

Da das Eis zu dieser Zeit nicht bis in die hiesige Gegend vor­gedrungen war, fehlen Grundmoränen und Hochflächensande dieser Stufe, Dafür nehmen aber. die im Urstromtal von den Abschmelz­wassern transportierten. Sande und Kiese den größten Teil des Blattes Ruhland ein. Die eben gelagerten Talsande(das) enthalten vielfach in großen Mengen kiesige Beimengungen, z. T. aus einheimischen Quarzgeröllen bestehend, daneben aber auch überall in großer Anzahl nordische Feuersteine und andere Gerölle nordischer Herkunft. Sande mit weniger zahlreichen Geröllen sind auf dem südlichen Ufer der Schwarzen Elster, vor allem in der Umgebung von Ruhland zu finden. Neben den. Sanden kommen auch häufig reine Kiese (dag) im Ur­ stromtal vor, namentlich nördlich des alluvialen Elstertales im Staatl.

Forst Grünhaus und in der Naundorfer Heide. Südlich des Elstertals sind solche Kiesstellen wesentlich seltener; eine solche von: größerer Ausdehnung liegt westlich von Guteborn. Die Gerölle der Sande und Kiese ‚erreichen gewöhnlich nur die Größe einer kleinen Walnuß. Größere Gerölle sind sehr selten. Die Kiese nördlich der Schwarzen

Elster enthalten 7080%_einheimisches und 2030% ‚nordisches Material, während bei den auf dem südlichen Ufer anstehenden Tal­kiesen sich das Verhältnis zu Günsten des letzteren etwas verschiebt.

Im. nördlichen Teile des Urstromtals sind eine Anzahl kleiner flacher Erhebungen vorhanden, die in der Regel keine, oder nur geringe Abweichung in der petrographischen Zusammensetzung von

den in der- Umgebung abgelagerten Talsanden(bzw. Kiesen ) besitzen.