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2615 = [Neue Nr. 4547] (1927) Elsterwerda / geolog. und agronom. bearb. durch E. Picard
Entstehung
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Blatt Elsterwerda

erfüllten Senken; ihre Mächtigkeit beträgt 1-7 Dezimeter; sie wird

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von Sand oder von Schlick und Sand unterlagert s und sl

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Die Moor­

erde ist häufig durch künstliche Eingriffe verändert, die eine voll­ständige Zersetzung ihrer Humusbestandteile herbeigeführt haben; es finden sich Uebergänge von Moorerde zu humosem Sand und reinem Sand oder humosem tonigen Sand, humosem Schlick und Schlick .

Sapropel( Faulschlamm afs) Ton

findet sich häufig als Liegendes des Torfes. Er ist in frischem Zu­stande eine grünliche, weiche Masse, die nach dem Trocknen unter Volumen- Verlust erhärtet. Er hat eine Mächtigkeit von über 1 Dezi­meter. Seine Verbreitung ist hier dargestellt, wie sie im Sommer 1910 südwestlich vom Vorwerk Reißdamm mit dem 2 m- Bohrer er­mittelt wurde.

Das Sapropel entsteht nach Potonié) durch die Anhäufung echter Wasserorganismen oder von Resten derselben, sofern es sich um die brennbaren Teile handelt. In einem Wasser, das besonders in seinen unteren Partieen keinen Sauerstoff enthält, oder dem nur geringe Mengen davon zugeführt werden, sind die Bedingungen vorhanden, um organisches Material von der Luft so abzuschließen, daß eine Fäulnis stattfinden kann. Solches Wasser ist mit organischem Schlamm erfüllt. Die wesentlichen Bestandteile solcher Sümpfe sind echte Wasserorganismen, nicht aber Sumpf- und Landpflanzen, die den Humus zusammensetzen. Unter den echten Wasserorganismen spielen die Hauptrolle die Schwebeorganismen, die als Plankton zusammen­gefaßt werden. Sofern Planktonlebewesen in ruhigen Gewässern vor­handen sind, sinken ihre abgestorbenen Leiber zu Boden und er­zeugen bei unvollständiger Zersetzung den Faulschlamm, das Sapropel. Faulschlamm kann sich nach und nach viele Meter mächtig anhäufen und zur Verlandung eines Wassers wesentlich beitragen. Wo mit der Bildung von Sapropel gleichzeitig eine allochthone Sedimentierung stattgefunden hat, z. B. von Tonen, haben wir Sapropelton.

Das Sapropel der kartierten Gegend besteht aus Spongillennadeln, Diatomeen und Pollenkörnern von Corylus .

Fluß- Sand

ist als ein zur Alluvialzeit umgelagerter Diluvialsand zu erklären. In seiner Zusammensetzung unterscheidet er sich von älteren Ab­lagerungen vor allem durch Kalkfreiheit, ferner meistens durch fein­körnige Beschaffenheit. Er bildet den Untergrund der moorigen und

1) Potonié , Die Entstehung der Steinkohle und der Kaustobiolithe überhaupt. 1910. S. 3, 20 und 22.