Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 46, Blatt 26 [Neue Nr. 3453] (1929) Küstrin / bearb. durch K. Keilhack ..
Entstehung
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IV. Wasserversorgung der Stadt Küstrin

Das Wasserwerk der Stadt Küstrin befindet sich wenige hundert Meter vom nördlichen Blattrande entfernt, also bereits auf dem anstoßenden Blatt Quartschen . Die dort im Talsand angelegten 9 Brunnen besitzen eine Tiefe von 25m und entnehmen das Gebrauchswasser Sanden und Kiesen , die zwischen zwei Moränen eingeschlossen liegen. Das Profil der durchsunkenen Erdschichten ist folgendes:

bis 2,75 bezw. 4,80 m Talsand 15,40 15,90 grauer, sehr fetter Geschiebemergel(öm)

23,40 23,70 kalkhaltige, schwach kiesige Sande(ds) darunter recht mächtiger, grauer Geschiebemergel(dm).

Die obere, außerordentlich tonige Grundmoräne entspricht ihrer Zu­sammensetzung und geologischen Stellung nach durchaus der auf Blatt Frankfurt entwickelten tonigen Moräne, die ein jungdiluviales Alter besitzt.

Das in den Sanden sich bewegende Wasser zeigt folgende Zusammen­setzung(mg im Liter):

SiQ: 12

Fe2z Os+ Alz Os geringe Spuren

CaO 140

MgO 16

Cl 26

SOs 50

N2OÖs 19

N2Os

NH3

Sauerstoff zur Oxy-\ 95 dation org.Substanz f

Gesamthärte 16,2) deutsche

Bleibende Härte 1,0f Härtegrade.

In- hohem Maße auffallend ist der ungewöhnlich geringe Eisengehalt, der eine Enteisenung des Wassers unnötig macht. Man.kann die Eisen­armut der diluvialen Sande wohl nur darauf zurückführen, daß die Mo­ränen, aus deren Zerstörung sich die Sande herleiten, nur eisenarme Sedi­mente.(Tertiär, Kreide, Silur) aufgearbeitet haben, nicht aber kristalline Ge­steine, die vielfach eisenhaltige Mineralien führen(Augit, Hornblende, Epidot, Granat, Titaneisen, Magneteisen, Schwefelkies u. a. m.).

Der tägliche Verbrauch stellt sich in Küstrin für den Kopf der Be­völkerung auf etwa 82 Liter(Berlin 1926: 205, Stettin 1926: 84, Frank­ furt a. O. in den letzten Jahren durchschnittlich 93,3 Liter).