Teil eines Werkes 
1983 = [Neue Nr. 3653] (1929) Frankfurt a.d. Oder / geolog. und agronom. bearb. durch K. Keilhack ...
Entstehung
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16 Blatt Frankfurt a. O.

Geschiebemergel der tieferen Diluvialhorizonte als Ablagerung einer älteren (wahrscheinlich. der vorletzten, Saale -) Eiszeit erkannt und demnach als dm dargestellt werden. Nur in der Gubener Vorstadt findet sich ein Vor­kommen geringmächtiger Grundmoräne, das möglicherweise nur eine tiefere Bank des jüngsten Geschiebemergels darstellt. Dieser Unsicherheit ist durch die Darstellung mit grauer Grundfarbe und dem Zeichen dm Rechnung getragen.

Von dieser Grundmoräne als Muttergestein leiten sich vier verschiedene Sedimente ab, die sämtlich beim Abschmelzen des Eises aus der Zer­störung der Grundmoräne hervorgingen: Tone, Mergelsande, Sande und Kiese . War die Stromgeschwindigkeit der dem Eise entstammenden Gewässer sehr gering, so setzte sich in ruhigen Becken und Buchten die feinste Gletschertrübe als Tone ab; nahm die Stromgeschwindigkeit zu, er­gaben sich Mergelsande, bei noch größerer Geschwindigkeit endlich Sande und Kiese . Da die Grundmoränen bei normaler Ausbildung etwa 812%o kohlensauren Kalk führen, waren ursprünglich sämtliche vier. erwähnten fluvio-glazialen Sedimente kalkhaltig; aber infolge jahrtausendelanger Lage­rung an der Luft wurden sie allmählich dieses Kalkgehaltes von oben nach unten ganz oder teilweise beraubt; ganz, wenn die Bildungen stark wasserdurchlässig waren(Sande und Kiese ), in geringerem Maße beim Mergelsand, am wenigsten bei den undurchlässigen Tonen. Danach er­geben sich folgende Bildungen:

Entkalkt: Ton Schluffsand Sand Kies Kalkhaltig: Tonmergel Mergelsand kalkhaltiger Sand kalkhaltiger Kies.

Der Diluvial-Tonmergel begegnet uns unterhalb der jüngsten Grundmoräne in drei verschiedenen Horizonten des Diluviums, nämlich einmal unter der tonigen Lokalmoräne, sodann unter dem gewöhnlichen Geschiebemergel der vorletzten oder Saale -Eiszeit und drittens zwischen letzterem und dem jüngeren Geschiebemergel. Die Tone unter der fetten Lokalmoräne sind es, die das Material zur Entstehung derselben geliefert haben. Sie wurden nur an drei Stellen im Liegenden der tonigen Moräne, in der Wernerschen und der ihr benachbarten Ziegelei in den Nuhnen, beobachtet, und zwar in Gestalt von feingeschichteten Tonen von so außerordentlich feinkörniger Beschaffenheit, daß sie geradezu den Eindruck von Tonschiefer hervorrufen, ferner aber auch im Liegenden des Interglazials der Ziegelei Mende. Der hier erschlossene Tonmergel unterscheidet sich schon durch die mechanische Analyse von der etwas ähnlichen, aber ungleich jüngeren, fetten Grundmoräne. Die Analyse ergab:

Tonmergel von Mende: Tonige Moräne:

Grand über 2 mm Sn 0,3 7,0% Sand(0,052 mm) 6,0 9% 4,817,6, im Durchschnitt 10,6%.

Nach dem Ergebniss einer Bohrung bei Rosengarten besitzen diese Tone eine Mächtigkeit von 80 m, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß sie sich in stark geneigter Lagerung befinden. Ebenso geringe Ober­flächenverbreitung besitzt der zweite Ton-Horizont unter dem gewöhn­lichen Geschiebemergel. Er wurde in einem schmalen Band am Talrand