beginnt und durch den Langen Grund und den Sandgrund den Odertalrand südlich von Frankfurt erreicht. Hier bricht dieses Tal steil gegen das 37 m tiefer liegende Odertal ab.
Diese Erscheinuug eines„übertieften Tales“ ist darauf zurückzuführen, daß die Zufuhr von Material bei Entstehung dieses Tales im Quellgebiet längst aufgehört hatte, während das Odertal noch fortgesetzt tiefer ausgefurcht wurde.
Durch den Bau der Schlesischen und Posener Eisenbahn ist von diesem Talboden ein Stück abgetrennt worden und liegt nun zwischen der Chaussee und der Eisenbahn als hoch aufragender spitzer Hügel, dem man seine Zugehörigkeit zu einem alten Talboden in keiner Weise mehr ansehen kann. Auch innerhalb des Dorfes Tzschetzschnow liegt auf dem dort sehr mächtigen älteren Geschiebemergel eine Sandfläche, welche diesem alten Talboden angehört. Ein zweites, rechtwinklig zu ihm verlaufendes Talsystem beginnt in den Kiesbergen südlich vom neuen Kirchhof und geht über den Faulen See entlang der Eisenbahn nach Müllrose .
In der Zeit. in welcher die Schmelzwasser des Inlandeises ihren Weg durch das Thorn-Eberswalder Haupttal nahmen, wurde auf unserem Blatt die kleine mit dass bezeichnete Terrassenfläche westlich von der Kleisthöhe in 40 m Meereshöhe erzeugt, die zuoberst aus groben steinigen Granden, darunter aus feineren Sanden, alles wohlgeschichtet, besteht. Noch jünger sind die beiden tieferen Terrassen unseres Gebietes dası und dasv, welche zu einer Zeit entstanden, als das Inlandeis sich bereits bis in das pommersche Küstengebiet zurückgezogen hatte. Die höhergelegene dieser beiden jüngsten Talstufen begegnet uns am Talrand bei Kunersdorf und in dem Tal, das östlich von Trettin beginnt und bei der Großen Mühle das Odertal erreicht. Diese Terrasse liegt in 30—35 m Meereshöhe. Noch tiefer, in 25—30 m Meereshöhe, begegnet uns die tiefste Terrasse(dasv), die bei Schwetig ihre größte Verbreitung besitzt und sodann vom Kleistturm- bis zur Großen Mühle am Rand’ des Haupttales, von da an aber nur noch in den Nebentälern, uns begegnet. An dem westlichen Talrand ist. diese Terrasse beschränkt auf die Gegend der Busch- und Talmühle südlich, und auf die Lebuser Vorstadt und die„Neue Welt“ nördlich von Frankfurt :
In allen diesen Talsanden begegnet uns genau dieselbe Mannigfaltigkeit in der Zusammensetzung wie in den Sanden. der Hochfläche, und es ist deshalb genau wie bei jenen durch die Benutzung von Punkten, Ringeln und Kreuzchen das Mengungsverhältnis von Sand, Kies und Steinen zum Ausdruck gebracht worden. Die Mächtigkeit der Sande, Kiese und Geschiebesande in diesen Terrassen ist sehr bedeutend und es liel sich z. B. in dem großen Sandgebiet im SO des Blattes an den Talrändern eine Mächtigkeit dieser Sande von wenigstens 10—15 m vielfach. feststellen. Auch die im Tal des Langen Grundes aufgeschütteten Sande besitzen am Talrand 12-—15 m Mächtigkeit. In den. Sanden der tieferen Terrassen konnte ebenfalls eine bis zu 10 m steigende Mächtigkeit beobachtet werden. Die nordwestlich von Kunersdorf liegende Sandfläche dieser Terrasse besitzt in ihrem Innern eine ausgezeichnete Deltastruktur, die an der Mündung des Kuhgrundes gut aufgeschlossen ist. Man versteht darunter eine Neigung der Schichten unter 15-—_20° talabwärts, und zwar sind diese geneigten Schichten zwischen einer horizontal geschichteten Bank unter