Die geologischen Verhältnisse des Blattes öl
ihnen und einer ebensolchen über ihnen eingeschaltet. Die Entstehung einer derartigen Schichtung ist darauf zurückzuführen, daß die am weitesten in das stehende Wasserbecken hineingeführten Sandmassen sich horizontal absetzen, daß aber die Hauptmasse in Form eines Schuttkegels sich mit schräger Schichtung langsam über diese vorher abgesetzten horizontalen Sande hinwegschob und. bis zur Oberfläche des Wassers sich emporbaute. Auf der Oberfläche des Deltas wurden dann durch spätere Gewässer zur Zeit von Hochwassern die letzten nun wieder horizontalen Schichten zum Absatz gebracht.
Die Grenze vom ‚jüngeren Sand zum. Talsand im Stadtforst ist unscharf entwickelt. Der jüngere Sand ist unregelmäßig wellig bewegt und liegt nur wenig höher als der vielfach tischeben entwickelte Talsand, der aber doch nicht selten durch kleinere. Bodenschwellen unterbrochen wird.
b) Interglaziale Bildungen(di)
Innerhalb der glazialen Ablagerungen finden sich in Norddeutschland hier und da Schichten, die durch ihre tierischen und pflanzlichen Einschlüsse verraten, daß zur Zeit ihrer Bildung keine arktischen oder glazialen Verhältnisse geherrscht haben, sondern klimatische Zustände gleich den heutigen. Solche Schichten machen die Annahme mehrerer Eiszeiten mit dazwischen liegenden Perioden milden Klimas erforderlich; wir bezeichnen derartige Zeiten mit gemäßigtem Klima als Interglazialzeiten, die während derselben erzeugten Ablagerungen als interglaziale Bildungen.
Ganz allgemein stellt man an echte Interglazialbildungen folgende drei Bedingungen: 1. Die Ablagerung muß von glazialen Sedimenten sowohl über- wie unterlagert sein; 2. die eingeschlossene Tier- oder Pflanzenwelt muß auf ein gemäßigtes Klima hinweisen; 3. die Fossilien müssen sich auf primärer Lagerstätte befinden, dürfen also nicht etwa.aus glazialen Schichten verschleppt sein.
Auch auf unserem Blatt finden sich vorzüglich aufgeschlossene Interglazialschichten, die zuerst von H. ROEDEL(26) aufgefunden und beschrieben wurden, in der MENDE’schen Ziegeleigrube der Lebuser Vorstadt. Hier lagert auf einem fetten Tonmergel der vorletzten Vereisung eine Schichtenfolge, die durch den Ziegeleibetrieb aufgeschlossen, aber einem raschen Abbau unterworfen ist, und heute(1928) ganz verschwunden ist.
1. Das Profil, das sich hier bot, ist. in der. beigegebenen Tafel IV nach seinem Zustand im Frühjahr 1901 wiedergegeben. Über dem. dunklen Tone(Oh), der für die Ziegelei ausgebeutet wird, lagern zunächst horizontal geschichtete Sande(dis) in einer Mächtigkeit von mehreren Metern, die ganz vereinzelt Schälchen von dem kleinen Krebschen Cypris führen. Die obersten 3 dm dieses Sandes sind von rötlicher Farbe und enthalten die Reste dieser Schalen-Krebschen, größtenteils mit zusammenhängenden Klappen, zu Millionen, so daß die Zwischenräume zwischen den Sandkörnern zum Teil von ihnen ausgefüllt sind. Außerdem enthält der Sand Schalen von großen Muscheln(Anodonta mutabilis), von kleinen zierlichen Pisidien(Pisidium fossarinum), von Valvata piscinalis und contorta, und von Succinea oblonga. ROEDEL fand außerdem Zähne und Knochen von Equus caballus fossilis. Über diesem Sand nun lagert, 2—3 m mächtig,