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ein sehr schön geschichteter Süßwasserkalk( dik), in dem gleichfalls eine Menge von organischen Resten, wenn auch nicht so häufig wie im Sande sich findet. Es wurden darin von H. ROEDEL und K. KEILHACK zunächst ebenfalls wieder massenhafte Cyprisschälchen gefunden, ferner sehr vereinzelt Schalen von Valvata piscinalis, Schuppen und Knochen von Fischen, unter denen sich Barsch und vielleicht Karpfen feststellen ließen, und Reste von Pflanzen, von denen mit Sicherheit nur Samen der Hainbuche erkennbar waren. Im oberen Teil dieses Kalklagers ist eine 3-4 dm mächtige Bank sehr unreinen, tonigen Torfes( dit) eingelagert, in dem keine bestimmbaren Pflanzenreste aufgefunden wurden; über diesem Torf lagert als jüngstes Glied dieser Schichtenfolge ein kalkfreier Ton( dih).
HUCKE( 13, 14) bestimmte neben einem Zahn vom Hecht ( Esox lucius ) an Ostracoden aus der MENDE'schen Ziegeleigrube:
Ilyocypris bradyi O. SARS Limnicythere incisa DAHL
Cytheridea torosa Jones, var. littoralis BRADY;
letztere die häufigste( etwa 99% aller Schalen des Schlämmrückstandes). Ferner wurden sowohl hier wie im Interglazial von Rosengarten Haifischzähne gefunden( MENDE'sche Ziegelei 2, Rosengarten 3) und zwar von Lamna elegans. Sie stammen jedenfalls von zermürbten Paleozänkalkmergeln mit der Kopenhagener Fauna her. Die Belegstücke befinden sich im Museum des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Frankfurt .
Es ist unzweifelhaft, daß diese sämtlichen fossilienführenden Schichten in einem Becken zum Absatze gelangten zu einer Zeit, als in unserem Gebiet ganz ähnliche klimatische Verhältnisse herrschten wie heute, als also das Inlandeis vollständig verschwunden war.
Da diese Schichtenfolge von der Grundmoräne der letzten Vereisung überlagert wird, dürfte sie mit Sicherheit zum jüngeren Interglazial gehören gleich sämtlichen übrigen, weiter unten angeführten Bildungen auf unserem Blatt.
Der Aufschluß des Interglazials in der MENDE'schen Ziegelei war auch deshalb von Interesse, weil durch denselben eine in unserem Bild nicht sichtbare Verwerfung( Fig. 3) hindurchging. Diese Verwerfung liegt direkt und genau in der Fortsetzung derjenigen, durch welche das Frankfurter Tertiär nach S hin gegen die tonige Grundmoräne abgeschnitten ist, besitzt aber nur 5-6 m Sprunghöhe und zeigt bezüglich der Bewegungen auf der Verwerfung auch insofern eine Abweichung, als hier der nördliche Teil der gesunkene ist. Die Einzelheiten dieser kleinen Verwerfung sind im Profil in Figur 3 dargestellt.
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dik'
ני
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dik JL
Figur 3