Die geologischen Verhältnisse des Blattes: 29
Die normale Schichtenfolge der MENDE’schen Ziegeleigrube, wie sie sich während der Aufnahme des Bl. Frankfurt darstellte, ist zusammen mit der Mächtigkeit der einzelnen Schichten im nachstehenden Profil(Figur 4) gegeben.
Gewissermaßen(als Ersatz für dieses, jetzt ganz .} verschwundene Interglazial sind auf Bl. Frankfurt und dd in seiner nächsten Nähe einige neue Punkte von InterUN glazial aufgefunden, die zu dem der MENDE’schen u dik da, Ziegelei in engen Beziehungen zu stehen scheinen. DT 2. In den drei großen Sandgruben, die 500 m ; nördlich vom Haupteingang des Neuen Friedhofes und 300 m südlich der Frankfurt -Berliner Eisenbahn liegen, sieht man im nördlichen Teil stark zerstörte, im allgemeinen nach N hin mehr oder weniger steil einfallende, stellenweise auch in Falten gelegte Tonmergel, die in der mittleren Sandgrube sich nach S rasch verschmälern und dort in feinkörnige Sande mit sehr großen Schalen zweischaliger Muscheln(Anodonta), übergehen... In dem Tonmergel fanden sich‘ von Fossilien nur Schalen der kleinen Schnecke Valvata piscinalis. Dieses Vorkommen wurde von K. KEILHACK entdeckt. Außer diesen beiden Vorkommen sind in neuerer Zeit noch vier weitere meist durch H. ROEDEL bekannt geworden. 3. Östlich der Oder fanden sich 1926 in einer Sandgrube bei der„Stadt Berlin “ zahlreiche gute Exemplare von Unio crassus in einer Schicht von etwa'/s m Stärke. Sie bestand aus gelblichbraunem Sand, der nach oben und unten allmählich in gelblichen Sand überging, und hatte bei 1 m Länge eire Mächtigkeit von 2—8 cm. Die ungestörte Lagerung der Muschelschicht spricht gegen die Möglichkeit einer Verschleppung etwa als gefrorene Sandscholle. Die Packung der Schalen, die ausgezeichnet: erhalten waren, ist sehr dicht, zum Teil lagen noch beide Figur 4 Klappen derselben Muschel fest beieinander, ein Beweis, daß die Schalen vor der Einbettung nicht weit transportiert sein können. Andere Fossilien fehlen ganz. Dieser Aufschluß ist heute verfallen.
Noch heute kommt Unio crassus in der Oder bei Frankfurt vor. BOETTGER‘) schreibt darüber u. a.:„Sie ist unmittelbar am Ufer selten‘ und tritt erst weiter im Strom auf. Dort lebt, sie in besonders dickschaligen Exemplaren.“ Somit dürfen wir wohl annehmen, daß die Fundstelle in der diluvialen Ur-Oder lag, deren Bett damals etwa 12 m höher war als heute. Belegmaterial im Museum des Naturwissenschaftlichen Vereins und in der Privatsammlung ROEDEL.