Teil eines Werkes 
1983 = [Neue Nr. 3653] (1929) Frankfurt a.d. Oder / geolog. und agronom. bearb. durch K. Keilhack ...
Entstehung
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30 Blatt Frankfurt a. O.

Übrigens sind in einer jetzt aufgeschlossenen Kiesgrube am benach­barten Judenkirchhof vor etwa 40 Jahren im Kiese 5 Stück von Paludina diluviana gefunden worden, die auf ein wohl aufgearbeitetes Lager aus der ersten Zwischeneiszeit schließen lassen, das sich in der Nähe befunden haben muß. Das Belegmaterial ist im Museum des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Frankfurt .

4. Interglazial am Galgenberg

Auf dem Grundstück der Stärkezuckerfabrik vorm. C. A. KOEHLMANN A.-G., Goepelstraße 610, wurden 192022 am sogenannten. Galgenberge Erdarbeiten vorgenommen, die ein Profil von ganz eigenartiger Struktur bloslegten. Über grobem diluvialen Kies lagerte eine 13 dm mächtige Bändertonzone, übergehend nach oben in kreuzgeschichteten, sehr feinen Quarzsand mit Kohleschmitzchen, weiter oben scharf abgesetzt; wieder Bänderton(1,5 dm bis 0,5 m), der allmählich wieder in kreuzgeschichteten Quarzsand(1 m) mit Kohleschmitzchen überging, endlich scharf. abgesetzt zum dritten Male Bänderton(2 cm), allmählich in kreuzgeschichteten Quarz­sand. übergehend. Der letztere wurde scharf abgesetzt von diluvialem Quarzkies überlagert. Die beiden oberen Bändertone waren sandiger als der untere.

Die Kohleschmitzchen im Quarzsande folgten den Strukturlinien der Kreuzschichtung, lösten sich dabei aber in sehr feine, untereinander parallel

gestellte Schichtchen auf, etwa so a PET. Sie enthalten toniges 500/29.

Bindemittel(Kaolin) und traten reliefartig aus dem Profil heraus, wenn der Wind den trockenen Feinsand weggeblasen hatte. Der Sand bestand zwar vorwiegend aus feinem Quarz, enthielt aber auch nordisches Material, roten Feldspat u. a. m. Trotz dieses nordischen Einschlages war die ganze Schicht kalkfrei, und das veranlaßte ROEDEL, sie als interglazial anzusprechen.

Die Kohleschmitzchen sind nun nicht etwa autochthone Kohle, sondern der Vorgang der Ablagerung ist folgendermaßen zu deuten: Aus dem be­nachbarten Tertiär ist durch fließendes Wasser Kohlensand fortgeschwemmt worden: dabei sind dessen Bestandteile, die Quarzkörnchen, die sie um­gebende Kohlehülle und der Kaolin sortiert worden und haben sich in der oben geschilderten Art abgelagert. Bei der Zusammenschwemmung muß aber nordisches Material hineingeraten sein. Eine später einsetzende Periode hat dann die tiefgehende Verwitterung erzeugt. Das kann nur im eisfreier Zeit geschehen sein. Auch die gelbbraune Farbe der Bändertone deutet auf eine interglaziale Ferrettisierung. Da über dem Sand noch ein Ge­schiebemergel folgt und der Sand von KEILHACK, dem zur Zeit seiner Kartierung diese Verhältnisse noch unbekannt waren, mit ds bezeichnet wird, so ist der kalkfreie Horizont als dis zu bezeichnen.

Belegmaterial wie bei 3.

5. In der Sandgrube an derGelben Presse bei Beresinchen zeigten sich unter Glazialsanden fossilführende Interglazialsande mit Va/vata contorta. Dieser Aufschluß wurde im Herbst 1905 von dem. Obersekundaner GERHARD BERSU entdeckt, er bildet die westliche Fortsetzung von Nr. 2.