Teil eines Werkes 
1983 = [Neue Nr. 3653] (1929) Frankfurt a.d. Oder / geolog. und agronom. bearb. durch K. Keilhack ...
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen

Die geologischen Verhältnisse des Blattes al

6. Etwa 1'!/» km westlich von diesem Vorkommen wurden an der ge­pflasterten. Straße, die von den Nuhnen nach S führt, vor dem Langen Grund 1925 fossilführende Diluvialschichten blosgelegt. Über ds lagen ab­wechselnd geschichtet feiner weißlichgrauer Sand mit massenhaften Schalen­trümmern, Kalk und humoser Ton. An Fossilien waren erkennbar Valvata piscindlis und Valvata contorta, Deckel von Bithynia , Bruchstücke von sehr flachen, dünnen Muscheln(Anodonta?) und kleine Fischknochen.

Das Liegende, unmittelbar über ds, bildete gelblicher kalkiger Ton. Der Sand war umgelagerter weißer tertiärer Quarzsand mit schwarzen Körnchen(Magnetitgenossenschaft). Diese Fossilschichten haben, auch in Bezug auf Lagerung im diluvialen Gesamtverband der Gegend, große Ähnlichkeit mit dem Interglazial in der Gelben Presse, dem sie daher wohl auch zeitlich gleichzustellen sind.

Belegmaterial im Museum des Naturwissenschaftlichen Vereins und in der Privatsammlung ROEDEL.

Bei diesen Interglazialbildungen macht sich insofern ein Unterschied bemerkbar, als die Vorkommen 1 und 2 sowie 5 und 6 mit Sicherheit auf Ablagerungen in Süßwasserseen hinweisen, während man beim Vorkommen bei: der.Stadt; Berlin mit der dickschaligen Urzo an einen Fluß denken muß; der. zu jener Zeit hier. vorhanden war.

Das Diluvium kann im Bereich des Tertiärs bis auf wenige Meter zusammenschrumpfen oder ganz fehlen; andererseits ist es in der Bohrung I

der. Gärtnerei von JUNGCLAUSSEN, Hildebrandstraße 65, mit 81,85 m nicht durchsunken.

3. Das Alluvium

Unter Alluvialbildungen verstehen wir diejenigen, deren Ablagerung bzw. Weiterbildung noch heute vor sich geht, oder, wie bei den Schlick­bildungen im Odertal, noch heute vor sich gehen könnte, wenn nicht durch menschliche Eingriffe, in diesem Falle durch das Eindeichen, den Hochfluten der Zutritt zu den betreffenden Gebieten gesperrt würde. Wir unterscheiden auf unserem Blatt folgende jugendliche Bildungen:

1. Humose: Torf,

2. Tonige:; Schlick und Lehm,

3. Sandige: Flußsand und Flugsand,

4. Kalkige:, Wiesenkalk,

5. Gemischte: Abrutsch- und Abschlämmassen.

Von diesen Bildungen ist der Torf im wesentlichen auf den östlichen Rand der Nordhälfte des Haupttales von der Kleinen Mühle bis zum Nord­rand des Blattes beschränkt. Er bildet hier eine von"2 bis 3 m Mächtig­keit anschwellende Schicht, die im westlichen Teil wesentlich von Schlick, im östlichen dagegen von Sand unterlagert wird. Ungefähr in der Mitte dieses Torfstreifens finden sich in der Oberfläche zahlreiche Brocken von Raseneisenstein, einem primären Eisengel. In der Hochfläche sind Torfablagerungen nur sehr unbedeutend verbreitet.- Im westlichen Plateau