Teil eines Werkes 
1983 = [Neue Nr. 3653] (1929) Frankfurt a.d. Oder / geolog. und agronom. bearb. durch K. Keilhack ...
Entstehung
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Die geologischen Verhältnisse des Blattes

Schlick auch rücksichtlich seiner Mächtigkeit beträchtlichen Schwankungen unterworfen. An vielen Stellen, wo die Überstauung nur geringe Beträge erlangte, wo also auch nur eine geringe Wasserschicht sich über den Sand­bänken zur Zeit der Hochfluten bildete, war der Tonabsatz sehr gering­fügig, und in einer Zeit, in der an der einen Stelle metermächtige Schlamm­absätze erfolgten, wurden an anderen höhergelegenen nur wenige Dezi­meter Schlick erzeugt. Und so sehen wir denn, daß die heutige Schlick­decke von 12 dm Mächtigkeit an beginnt und bis zu 3 m Mächtigkeit anschwellen kann. Diejenigen Stellen, an denen in einer Tiefe von 2 m der Untergrund noch nicht angetroffen wurde, sind in der Karte insofern gekennzeichnet, als hier die die Schlickverbreitung darstellende senkrechte Reißung ganz allein angegeben ist. Wo dagegen der Untergrund ange­troffen wurde, finden sich zwischen den Schlickstrichen noch andere Zeichen, die denselben angeben.

Die größte geschlossene Fläche nimmt der Schlick im nördlichen Teile des Blattes ein, wo nur wenige 200300 m breite Sandrinnen auf ihm sich finden. Nach S-hin nimmt dagegen der Sand stark überhand, und der Schlick bildet nur noch unregelmäßig lappig begrenzte; nicht mehr mit­einander zusammenhängende Flächen. Südlich von der Dammvorstadt treten uns auf dem rechten, und am Eichwalde auf dem linken Ufer noch einmal größere zusammenhängende Schlickflächen entgegen, die durch die Oder und deren Sande voneinander getrennt sind.

Aus dem Gesagten geht hervor, daß im. Odertal auch jugendliche Flußsande(as) eine erhebliche Verbreitung besitzen. Sie begleiten den uneingedeichten Oderlauf bis zur Stadt Frankfurt und machen von da bis zum Nordrand des Blattes die Hauptmasse der Ablagerungen zwischen dem Strome und dem Deiche aus. Aber auch außerhalb des Deiches liegen gewaltige Sandanhäufungen, die besonders entlang des östlichen Deiches und von der Dammvorstadt in der Richtung auf Trettin zu sich erstrecken. Es ist anzunehmen, daß vor der Eindeichung die aus dem engen südlichen Teile des Odertales heraustretenden Wassermassen, als sie in das ver­breiterte Becken hineingelangten, an Strömungsgeschwindigkeit verloren und infolgedessen einen großen Teil der mitgeführten Sandmassen hier fallen ließen, so daß eine Übersandung der vorher abgelagerten Schlick­decke eintrat, die nach N an Mächtigkeit allmählich abnimmt. Diejenigen Sandflächen, bei denen im allgemeinen in weniger als 2 m Tiefe der dar­unter lagernde Schlick angetroffen wurde, sind durch weite senkrechte Reißung von solchen unterschieden, in denen die Mächtigkeit des Sandes mehr als 2 m beträgt.

Ein großer Teil der Alluvialsande unseres Blattes ist zurückzuführen auf Deichbrüche. Es sind das die Ablagerungen, die von der Dammvor­stadt an-bis zum nördlichen Kartenrand an den östlichen, und in der Gegend derNeuen Welt auch an den westlichen Deich sich anlehnen. Wenn die hochgeschwollenen Fluten den Deich durchbrechen, so entsteht an der Durchbruchstelle gewöhnlich eine tiefe Ausstrudelung, ein soge­nannter Kolk, und gleichzeitig wird der von dem reißendem Strom in ge­waltigen Massen transportierte Sand, vermehrt durch die aus dem Unter­grund ausgestrudelten Sandmassen, über die angrenzenden tonigen Gebiete

Blatt Frankfurt a. O. 3