Teil eines Werkes 
1983 = [Neue Nr. 3653] (1929) Frankfurt a.d. Oder / geolog. und agronom. bearb. durch K. Keilhack ...
Entstehung
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34 Blatt Frankfurt a. O.

hinweggeworfen und manchmal mehr als 1 km weit landeinwärts verbreitet. Man kann das Alter dieser Übersandungen schon aus der.größeren oder geringeren Frische der auf dem Schlick lagernden Sande erkennen. Je jünger die Sandablagerung ist, um so reiner und frischer ist das Material

an der Oberfläche. Vielfach ist es schwer, die Grenze der Übersandung.

heute noch mit Sicherheit festzustellen, weil bei dem Unwert der aufge­schütteten Sandmassen und bei dem hohen Wert des überschütteten Tones die Besitzer die große Mühe nicht gescheut haben, durch tiefes Rigolen den Boden wieder vollständig zu wenden, den Sand in die Tiefe und den Ton an die Oberfläche zu bringen. Abgesehen von dieser Lagerung an der Oberfläche begegnet uns der Sand auch unter dem größten Teil der offenen Schlickflächen, wo seine Verbreitung durch eine weite Punktierung innerhalb der den Schlick ausdrückenden Reißung angegeben worden ist. Diese unter dem Schlick lagernden Sande sind entweder rein weiß, scharf und durchlässig, oder feinkörnig, schmierig, blaugrau von Farbe und ent­halten dann zahlreiche tonige Beimengungen.

Sehr geringe Verbreitung auf unserem Blatt besitzt der Flugsand(D). Es ist das ein vom Wind zusammengewehter sehr gleichkörniger Sand, der infolge seiner Entstehung keinerlei kiesige Beimengungen oder Steine enthält. Sein Ursprung verrät sich in den meisten Fällen durch die eigen­tümliche Form der Ablagerungen, die entweder aus schmalen, wallartigen Hügeln oder aus einem unregelmäßig kuppigen Gewirr von kleinen aufge­schütteten Sandmassen zusammengesetzt sind. In manchen Fällen handelt es sich nur um eine Überschüttung ebener Gebiete mit reinem unfrucht­barem Sand. Solche Dünengebiete finden sich in Jagen 70 und 71 des Frankfurter Stadtforstes, dann am südlichen und östlichen Rand des großen Kunersdorfer Exerzierplatzes, auf dem Mühlenberg nördlich von Kunersdorf und in dem Endmoränengebiet nördlich von Trettin.

Nur an zwei Stellen unseres Blattes wurden kalkige Alluvialbildungen beobachtet. Diese bestehen aus dünnen,!/2 bis 1 m mächtigen Wiesen­kalkablagerungen(ak) und finden sich einmal in den Wiesen an der Talmühle südlich von Tzschetzschnow hier und da zwischen Torf zwischen­gelagert, unddann in einer der tiefen Moorsenken am Rand des End­moränenzuges südlich vom Faulen See bei Kunersdorf. Ihre geringe Mächtigkeit und Verbreitung hindert eine Ausnutzung.

Schließlich verdienen noch die Abschlämmassen(«) Erwähnung. Wir verstehen darunter alle diejenigen Massen, die durch die Regen- und Schneeschmelzwasser an den Gehängen abwärts bewegt werden, und erst in den in das Plateau eingesenkten Becken und Rinnen zum Absatz ge­langen. Sie erfüllen dementsprechend alle Rinnen der Hochfläche und die kleinen geschlossenen Becken der Endmoränenzone auf der östlichen Hoch­fläche, sowie die kurzen Wasserrisse, die auf beiden Seiten vom Odertal aus sich bis zu einer Entfernung von höchstens 1 km in das Plateau hin­einziehen. Ihre Zusammensetzung ist natürlich außerordentlich wechselnd und hängt von der Beschaffenheit der Gehänge ab. Wo diese einen vor­wiegend tonigen Charakter besitzen, ‚da bilden auch die Abschlämmassen einen schweren, undurchlässigen, meist recht humosen Boden, während umgekehrt unterhalb sandiger Gehänge auch die in den Tälern zusammen­geschwemmten Bildungen überwiegend sandig ausfallen.