bilden die vier hangendsten Flöze den Südflügel einer kleinen Mulde, sie streichen, ‚auch hier westöstlich verlaufend, in einem kleinen nach N offenen . Bogen zu Tage und setzen sich auf dem westlich anstoßenden Bl. Booßen fort... FIOz I. Tallt mit 26°, Flö6z IV mit 36° nach N ein..
Wie aus der Schilderung dieser Lagerungsverhältnisse hervorgeht, sind die braunkohlenführenden Schichten unseres Gebietes ursprünglich in einer einzigen großen Mulde abgelagert, deren Rand etwa der Ausdehnung der zahlreichen Grubenbaue entspricht, und Laben nach erfolgter Ablagerung eine dreifache Störung erlitten.
Zuerst wurden diese Schichten zu einem System langgestreckter, westöstlich— im S des Gebietes mehr südwest-nordöstlich— verlaufender Sättel und Mulden’ gefaltet, die mit wenigen Ausnahmen nach S zu überkippt waren. Diese Erscheinung läßt sich auf einen von N nach S wirkenden Druck des diluvialen Inlandeises zurückzuführen, dessen wechselnde Intensität sich zum Teil in der größeren oder geringeren Faltung und in der oft schnell wechselnden Größe des Einfallswinkels der Flöze zu erkennen gibt.
Jünger als diese Faltungen sind ‚die Verwerfungen und Überschiebungen, die unsere Kohlenflöze getroffen haben. An Anzahl sind sie zwar gering, besitzen aber, wie wir gesehen haben, zum Teil recht erhebliche Ausdehnung und Sprunghöhe; diese Störungen dürften tektonischen Ursprungs sein.
Die dritte Störung bestand in einer völligen Abrasion sämtlicher vorhandenen‘ Sättel und Bildung einer glatten, mehr oder weniger ebenen Abrasionsfläche.- Diese Erscheinung ist als Wirkung des letzten Inlandeises aufzufassen. A
Infolge der Einwirkung dieser verschiedenen Kräfte finden wir heute die Kohlenflöze in verschiedenen langgestreckten Mulden abgelagert, deren Südflügel große Ausdehnung besitzen und ziemlich flach einfallen, während die ungleich kürzeren Nordflügel steil aufgerichtet oder überkippt sind. Die ursprünglich vorhanden gewesenen Sättel sind sämtlich zerstört, und einzelne Verwerfungen und Überschiebungen machen das Bild, wie es uns heute vor Augen tritt, noch verwickelter.
Fragen wir nach dem geologischen Alter der verschiedenen Störungen; so dürfte die Sattel- und Muldenstellung der Flöze auf die Einwirkung der Moränen der vorletzten Vereisung zurückzuführen sein. Die Verwerfungen könnten vielleicht ein interglaziales Alter besitzen, sie würden sich möglicherweise den Störungen interglazialen Alters anreihen, die an der Oberfläche unseres Blattes(s. Teil II dieser Erläuterung) und auf dem benachbarten Bl..Sonnenburg beobachtet sind und die uns auch R. CREDNER ') in so überzeugender Weise auf Rügen nachgewiesen hat.
Was die Entstehung der Braunkohlen betrifft, so stehen wir auf dem Boden der Autochthonie, d.h. wir halten diese Kohlen für an Ort und Stelle entstanden, nicht aus anderen Gebieten zusammengeschwemmt.‘
Zwecks weiterer Verfolgung der alten und Aufsuchung neuer Flöze ist eine große Anzahl von Tiefbohrungen niedergebracht worden, von denen