Teil eines Werkes 
1837 = [Neue Nr. 3446] (1937) Berlin-Nord : [geologische Karte] / geolog. und agronom. für die 2. Aufl. bearb. durch C. Dietz ; unter Benutzung der Aufnahme von G. Berendt vom Jahre 1881/82 für die bebauten Gebiete
Entstehung
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Vorgeschichtliches 87

Woldt. Die Eintragungen verfolgen den Zweck, auf die schon sehr frühe Besiedelung des Stadtgebietes aufmerksam zu machen, sie sind keinesfalls vollständig.

Eine erste monographische Bearbeitung Berlins erfolgte durch E. FrRıeDEL(1880). Nach den inzwischen gemachten neuen Funden wollte A. KIıEKEBUSCH das Stadtgebiet abermals mit einem Stab von Vorgeschichtspflegern bearbeiten. Nach seinem inzwischen erfolgten Tode werden die Arbeiten von 0. F. GANDERT fortgesetzt, sie erscheinen in Kürze unter dem Titel ARENDT, FADEN, GANDERT: Geschichte Berlins, Teil IVorgeschichte.

Im Spreetale sind Scherbenfunde beim Schloß Bellevue gemacht, Hirschhorngeräte fand man bei Ausschachtungen in der Charlotten­straße 11 und in der Schlesischen Straße. Ganz verschwunden von der heutigen Karte ist ein wendischer Burgwall bei Stralau; er lag auf der HalbinselAm Kreuzbaum und ist 1890 bei der Spreeregulierung weggebaggert worden. Der Talsandsporn des heutigen Richardplatzes in Neukölln diente während der Bronze- und der Eisenzeit als Sied­lungsplatz. Bei Ostend, zwischen Oberschöneweide und Köpenick, wurden an der Spree gut bearbeitete und durchbohrte Steinwerkzeuge gefunden. Der Bronzefund von Spindlersfeld ist bekannt, er wurde bei der Anlage des Bahnhofes entdeckt. Im Kaulsdorfer Busch liegt zwischen Kaulsdorf-Süd und Mahlsdorf-Süd eine Erhöhung, auf der rohe, dicke Töpferware neben sorgfältig gearbeiteter, dünnwandiger und gefärbter Keramik gefunden ist. Dieses Gelände ist von der Jüngeren Steinzeit bis zur Germanenzeit zu Beginn unserer Zeitrechnung besiedelt gewesen. Bronzefunde sind noch bei Uhlenhorst, im Pieperts­winkel und an den Müggelbergen gemacht worden. Südlich Spindlers­feld fand man bei den Vollkropfwiesen an der Spree eine sandige, Erhöhung mit Steinwerkzeugen und Urnenscherben. Die Besiedlung geht hier von der Jungsteinzeit bis zur Wendenzeit durch. Auch im Köpenicker Schloßgarten wurden wendenzeitliche Funde an Gefäß­scherben, Tierknochen und Eisengerätschaften gemacht. Schließlich seien noch Mikrolith-Funde vom Kuhwall und vom Müggelschloß am Großen Müggelsee erwähnt, sie stammen aus der Mittleren Steinzeit. Hier liegt nach den bisherigen Funden die älteste Besiedelung im Aufnahmegebiete.

. Am Südrande der Barnim-Hochfläche sind in Kaulsdorf­Nord und Mahlsdorf-Süd Funde aus der frühen Eisenzeit bekannt. Ein größeres Gräberfeld der Bronzezeit hat bei Dahlwitz am Mühlenfließ gelegen; hier sind zahlreiche verzierte Urnenscherben gefunden worden. Zur Bronzezeit gehören gleichfalls Funde aus der Siedelung Birkenstein in Dahlwitz-Hoppegarten.