36
Grundwasser und Quellen
liche Grundwasserabsenkung für bauliche oder sonstige Zwecke vorgenommen wird. Große Brunnengalerien der städtischen Wasserwerke und der Charlottenburger Wasserwerke sind in den Talflächen abgeteüft worden. Die meisten Galerien, z. B. am Wannsee und bei Johannisthal, entnehmen das Wasser aus größerer Tiefe den Schichten des älteren Diluviums. Die Brunnen sollen vor Verunreinigung von oben. her geschützt werden, daher wurde möglichst der Untere Geschiebemergel oder eine Tonbank durchbohrt. Daneben bestehen zahllose Brunnen in der Innenstadt, die für private, gewerbliche und Feuerlöschzwecke das Wasser aus dem nahen Untergrunde, etwa aus 10—20 m Tiefe entnehmen. Der Grundwasserstrom wurde hierdurch im Laufe der Jahre stellenweise um mehrere Meter gesenkt(J. DENnER 1937), aber die tiefer liegenden diluvialen Schichten enthalten noch genügend Wasser, um allen Anforderungen, auch für spätere Zeiten, gerecht zu werden.
Quellen sind über Tage sehr selten, meistens tritt das Grundwasser in breiten Flächen in den Seen oder unter den Mooren aus.
In den Bohrlöchern steigt das Wasser bis in die Nähe der Tagesoberfläche hoch, da das Wasser im Untergrunde bis zu einem gewissen Grade gespannt ist. Im Urstromtale steigt es bis zum allgemeinen Grundwasserspiegel, und auf den Hochflächen steigt es je nach der Lage der Bohrung bis zu 10 m oder noch höher unter der Tagesoberfläche an.
Durch die Rieselfelder wird die Hydrologie in manchen Hochflächenteilen wesentlich beeinflußt. Die an und für sich stagnierenden Tümpel in den Rinnenketten werden vermittels Durchstichen miteinander verbunden; sie dienen als Abfanggräben für die Rieselwässer, nachdem diese durch das Erdreich gesickert sind. Durch weit verzweigte Grabensysteme werden die Wässer einem größeren Laufe, z.B. der Wuhle, zugeleitet, die jetzt als stattliches Flüßchen von der Hochfläche kommt und in die Spree mündet.
E. Vorgeschichtliches
Bei der geologischen Aufnahme wurden mehrfach in Aufschlüssen vorgeschichtliche Reste gefunden, vielfach waren eS Gruben mit Brandschutt oder solche mit Gefäßscherben. Diese Punkte sind in die Kartenblätter eingetragen, ergänzt wurden die Angaben durch die Bezirks- Vorgeschichtspfleger Schröder, Dr. Umbreit und
nn