Teil eines Werkes 
1837 = [Neue Nr. 3446] (1937) Berlin-Nord : [geologische Karte] / geolog. und agronom. für die 2. Aufl. bearb. durch C. Dietz ; unter Benutzung der Aufnahme von G. Berendt vom Jahre 1881/82 für die bebauten Gebiete
Entstehung
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Grundwasser und. Quellen 35 hältnisse in der Regel günstiger, da hier die tonigen Deckschichten fortfallen. Tonige Schichten teilen den diluvialen Untergrund stellen­weise in verschiedene Wasserhorizonte. Da es sich hierbei um örtliche Einlagerungen handelt, stehen die Wasserstockwerke an den Rändern der Tonschichten untereinander in Verbindung.

Unter dem Septarienton wird Sole angetroffen, nur mit der Bohrung Nr. 55 auf dem Blatte Berlin-Nord ist Süßwasser erschlossen worden. Der Septarienton ist wasserundurchlässig, er schützt das Berliner Grundwasser vor dem Aufsteigen der Sole. Noch nie ist in einer Bohrung Berlins über dem Septarienton Salzwasser beobachtet. Wie die den Blättern beigegebenen Schnitte zeigen, ist der Septarien­ton überall im Untergrunde von Berlin vorhanden.

Die Wasserführung des Miozäns ist wechselnd, je nach der Korngröße der Sande. Zumeist begleiten feine Sande die ‚Tone und Braunkohlen dieser Formation, es kommen aber auch grobe, kiesige Lagen vor, die dann Wasser in großen Mengen führen. Da diese Kies­lagen dem Profil der Schichten nur linsenförmig eingelagert sind, ist der Erfolg jeder Wasserbohrung im Tertiär vom Antreffen solcher Lagen abhängig. Näheres hierüber wolle man den beigegebenen Schichtenverzeichnissen der Bohrungen entnehmen.

Im tieferen Diluvium treten häufig wasserreiche, grobe Kieslagen auf. Aber hier sei nochmals auf die Bohrung Nr. 55 des Blattes Berlin-Nord hingewiesen, denn diese Bohrung hat unmittel­bar unter dem Oberen Geschiebemergel den Geschiebemergel der Saale­eiszeit angetroffen, hierunter folgt dann Miozän. Dieser denkbar un­günstige Fall, in dem sich zwei mächtige Geschiebemergel überlagern, tritt in Berlin nur selten auf.

Bei der Wasserführung des höheren Diluviums sind die Gebiete der Hochflächen von denen der Talsande zu unterscheiden. Auf den Hochflächen muß zunächst der in wechselnder Mächtigkeit abgelagerte Obere Geschiebemergel durchbohrt werden, ehe man die wasser­führenden Sande erreicht. Hier sei auf eine besondere Stellung der Becken auf den Hochflächen hingewiesen. Diese von Natur aus ab­flußlosen Gebiete sind im Laufe der Zeit entwässert worden. Ihr Unter­grund besteht zunächst aus einer mehr oder weniger mächtigen Decke von Beckensand, darunter folgt hauptsächlich schwer durchlässiger Geschiebemergel. Die Oberkante dieses Geschiebemergels ist wellig. Niederschlagswässer werden daher im Sande versickern und sofern sie nicht durch die Entwässerung abgeleitet werden, steigen sie in den Beckensanden,an und dringen in die Keller der Häuser ein.

In den Talsandgebieten braucht nicht erst der Obere Geschiebemergel durchteuft zu werden... Das Grundwasser steht hier hoch an, etwa in 35 m unter der Tagesoberfläche, wenn keine künst­3*