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Grundwasser und Quellen
Außerdem kommen unterirdische Abschlämmassen in den Kolken vor, sie sind den Moorbildungen eingelagert. Sande und grobe Kiese werden unerwartet in den großen und tiefen Rinnen gefunden, darüber und darunter liegt Moor. Die Sande werden in früherer Zeit von einem Spreelauf in die Kolke geschüttet sein, nach der Verlegung des Flußlaufes ging die Verlandung durch Torf und Faulschlamm weiter. Diese Sand- und Kiesüberdeckung ist nicht einheitlich für das ganze Berliner Gebiet, sie ist in wechselnder Mächtigkeit bald in höheren, bald in tieferen Lagen in den Rinnen anzutreffen.
Künstlich veränderter Boden(A) nimmt in Berlin große Flächen ein, vor allem ist der nahe Untergrund im ganzen Gebiet der geschlossenen Bebauung verändert. Hierdurch ist jede direkte Beobachtung des natürlichen Bodens unmöglich gemacht. Von der sonst in den geologischen Karten üblichen Darstellung des aufgefüllten Bodens wurde in diesem Falle abgewichen, die Kernstadt wurde geologisch dargestellt. Die graue Reißung für den aufgefüllten Boden wurde nur zur Darstellung größerer Sand- und Schutthalden angewandt.
Für diesen oder jenen Zweck mag die Kenntnis vom Verlauf der ehemaligen Festungsgräben in der Berliner Innenstadt Bedeutung haben. Soweit der Plan G6ometral de Berlin et des Environs 1685 mit der Schmettau’schen Karte aus der Mitte des 18. Jahrhunderts in Übereinstimmung gebracht werden konnte und diese wieder mit der neuesten Topographie des vorliegenden Meßtischblattes, wurden die Wallgräben eingetragen. Nur am Westrande des Festungsgebietes war diese Übereinstimmung nicht zu erzielen. Noch heute markiert sich der alte Festungsgraben in den Bohrprofilen durch eine 10 bis 20 cm mächtige Modderschicht unter dem aufgefüllten Boden.
D. Grundwasser und Quellen
Im Untergrunde Berlins sind die Talsande, die Sande und Kiese des übrigen Diluviums, sowie gröbere Sande der Braunkohlenformation und die Sande über und unter dem Septarienton wasserführend. Aus dieser mächtigen Schichtenfolge bezieht Berlin sein Wasser. Für Wasser schwer durchlässig bis nahezu undurchlässig sind die Geschiebemergelbänke, die mächtigen Tonlagen im Miozän und der Septarienton des Oligozäns. Zur Erschließung des Grundwassers muß man daher, vor allem auf den Hochflächen, die tonigen Deckschichten durchteufen, um das Wasser aus den grobsandigen oder kiesigen Lagen des Diluviums fördern zu können. Im Bereich des Urstromtales liegen die Ver
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