|
A
Alluvium 83
Hier ist auch der Sumpfkalk von Biesdorf zu nennen, er ist jedoch durch Anreicherung des Kalkes aus dem Boden im Bereiche des Grundwassers entstanden.
Kieselgur(i) ist nur an wenigen Stellen des Untersuchungsgebietes vorhanden, so z. B. in einer kleinen Rinne in der Königsheide auf dem Blatt Berlin-Süd, dann in der Stadt unter dem Universitätsgarten, in den Kolken am Bhf. Friedrichstraße und an der Luisenstraße. Die Kieselgur besteht aus einer Anhäufung unzähliger Kieselpanzer von Diatomeen. Das Material ist kalkfrei und in getrocknetem Zustande sehr leicht und porös. Große Kieselgurlager sind vom unteren Spreelauf zwischen Charlottenburg und Spandau bekannt(G. BERENDT 1897), auch wurde beim Bau des Kraftwerkes West ein Lager von mehreren Metern Mächtigkeit erschlossen.
Moorerde(h) und Moormergel(kh) sind in flachen Verlandungszonen und an den Rändern der Torfgebiete häufig. Sie sind ein Gemisch von Humus mit Sand, das über alluvialen Sanden liegt. Wird der Humus kalkhaltig, so bezeichnet man ihn als Moormergel. Die Moorerde geht allmählich in eine humose Rinde über, die auf den verschiedensten Bildungen liegen kann.
Auf die Moorgebiete beschränkt sind Ablagerungen von Raseneisenstein und von Vivianit.
Raseneisenstein(e) ist dem Torf in Form von kleinen Knollen eingesprengt. Da sich dieses Erz nur in Sümpfen bildet, wird es auch als Sumpferz bezeichnet. Es ist meist sandig und besteht aus Eisenhydroxyd mit Beimengungen von Mangan und Phosphorsäure.
Die Dünen(D) bestehen in der Umgebung Berlins aus gelblichen, gleichmäßigen, feinen Sanden, deren Korngröße zwischen 0,1 und 0,2 mm liegt(E. LAUFER& F. WAHNSCHAFFE 1881). Diesem Sand ist ein schwacher Tongehalt beigemengt, daher sind die hiesigen Dünen, im Gegensatz zu den Küstengebieten, nicht steril. Die Dünen sind durch Winde zu längeren Zügen zusammengeweht, sie sind an der kuppigen Form meistens erkennbar. In den Dünen liegen häufig mehrere Vegetationsschichten. von früheren Oberflächen übereinander, die durch Überwehungen zugedeckt wurden.
In den Karten sind auch die durch Bebauung abgetragenen Dünen (D’) verzeichnet, ihre Grenzen wurden von den geologischen Karten der I. Auflage übernommen.
Abschlämmassen(«) sind die von den Hängen heruntergespülten und in den Vertiefungen angehäuften Produkte, deren Zusammensetzung je nach der Art der Talränder wechselt, aus denen sie zusammengeschlämmt worden sind. Diese Bildungen sind durch die Einbettung pflanzlichen Materials mitunter humos.
Blatt Berlin-Nord 3