Teil eines Werkes 
Teil 3 (1910) Weitere Umgegend Berlins : (östliche Hälfte)
Entstehung
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2. Von Berlin nach Eberswalde.

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die Bergerstrafse, in der, Nr. 49, das Stadttheater liegt, zur sogen. Zugbrücke über den Finowkanal (25 Min. vom Bahnhof).

Der Finowkanal, die alte Wasserstrafae im Thorn-Eberswalder Tale (vgl. Teil II Einleitung) von Friedrichsihal bei Oranienburg bis zur Hohensaathener Schleuse , hat eine Länge von 69,1 km (Liebenwalde 11,9 km, Zerpenschleuse 11,8 km, Lieper Schleuse 31,8 km, Hohen- saathen 13.6 km). Auf das kanalisierte Finoufliefs (von der Graten- brücker Schleuse bis Liepe) entfallen davon 25,5 km. Auf der ersten Strecke steigt der Kanal um 4,2 m, auf der dritten fällt er um 37,6 m. Per Kanal wurde bereits unter Joachim Friedrich 16058 angelegt, geriet jedoch im 30jährigen Kriege in Verfall. 174446 wurde durch Friedrich d.'Gr. die Strecke von Zerpenschleuse bis Eberswalde wiederhergestellt, in den folgenden Jahren dieselbe ö. bis Liepe, w. bis Liebenwalde verlängert. In den 20er Jahren des 19. Jahrh. er­folgte der Bau des Mälzer Kanals (von Liebenwalde bis Friedrichs- thal), bei der Verbesserung des Oderbruchs 184960 der Ausbau der Strecke von Liepe bis Hohensaathen. In den 70 er Jahren des 19. Jahrh. wurde der Kanal durch Erbauung von Poppelschleusen, Vertiefung der Kanalsohle usw. wesentlich verbessert. Er hat 16 Poppel­schleusen und wird von Schiffen mit 150 Tonnen Tragfähigkeit (40,2 m 1., 4,6 m br., 1,26 m Tiefgang) befahren; seit einigen Jahren werden auch solche mit 170 Tonnen Tragf. zugelassen.

In dem Stadtteil n. vom Kanal geht die Angermünder Chaussee an der alten got. Georgskapdle vorbei, nachher über die Freienwaldei* Bahn und geradeaus, die grofse Provinzictlirrenanstalt r. lassend, nach Chorin (S. 24). Jenseit der gen. Bahn zweigt r. sogleich die Oder­berger Chaussee ab, zu Fufs gröfstenteils lohnend, zumal jetzt, wo neben ihr weiterhin erst 1., dann r. die Bauten des Grofsschiffahrt- weges (S. 29) zu sehen sind. Bei der ehern. Haltestelle Mönchsbrück (Vif St.; Erfr.) steigt die Chaussee durch schönen Wald auf den Rand des Tales und bleibt in jenem */< St.; dann gelangt sie über die freie Hochfläche mit Aussicht auf die Höhen im S., zuletzt auf das O.derbruch, vorbei an der Stelle, wo die Lieper Treppenschleuse er­baut wird, zum Anfang von Liepe , zusammen mit aer Strafse von Nieder-Finow( 3 /4St.; vonder Eberswalder Zugbrücke2V4 St.; vgl. S.29).

Hinter dem Alsenplatz führt r. die Jägerstrafse, mit der städt. Höheren Mädchenschule , zur Schicklerstralse. Hier 1. alsbald die kath..Kirche und die 187476 erbaute Porstakademie (etwa 70 Studierende), 1880 von Berlin hierher verlegt und vom Oberforstrat Pfeil eingerichtet, mit wertvollen Sammlungen. Jenseits r. in Anlagen ein Bronzestandbild des Oberlandesforstmeisters Danckel- mann von Heinemann.

Vom Östl. Ende der Schicklerstralse r. m dem schönen neueren Viertel die Synagoge (Bismarckstr.), das Amtsgericht (Pfeilstr.) und, hoch gelegen, das Sanatorium Drachenkopf (Zugang von der Donopstr.) erreicht man durch die Batzeburgstrafse den Markt, der durch die Mühlenstrafse mit der Zugbrücke (s. oben) verbunden ist. Am Markte der Neubau des Rathauses, im Stil der Hochrenaissance, von Köhler und Kranz; darin der Rats­keller und ein Museum für Heimatkunde (Eintr. So. 111 U.). Auf dem Platze ein Löwenbrunnen. Südl. vom Markte

die Pfarrkirche St. Maria Magdalena, dreis<f«

s tut für Lehrerbildung

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