Teil eines Werkes 
Teil 3 (1910) Weitere Umgegend Berlins : (östliche Hälfte)
Entstehung
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17. Frankfurt a. O.

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11 km Lebus (Erfr.; Rest. Schützenhaus, etwas vor der Stadt; vgl. S. 52). östl. führt eine Chaussee, zuletzt scharf bergab, in 25 Min. zu dem einem Gebirgsorte nicht unähnlichen, netten Ackerbürgerstädtchen (Hoppes Oasth .; Motorboote s. S. 113; 2051 E.), von dem das Land Lebus (S. 66) seinen Namen hat. Am Anfang 1. auf der Höhe das Kriegerdenkmal, Sandsteinobelisk mit den Medaillons Wilhelms I. und Friedrichs III. Dann öffnet sich, gleichfalls 1., eine Bucht der Uferberge; in ihr sogleich das kgl. Amt, einst Stiftsgut der Lebuser Bischöfe, 5 Min. n. der Zugang zu dem schönen Amts­garten (Eintr. gestattet), östl. trennt diese Bucht von dem an der Oder sich hinziehenden gröfsten Teil der Stadt der mit Häusern besetzte, 40 m hohe Schloßberg ; vom Südende, oberhalb der Kirche, *Aussicht auf das Stromgebiet und Frankfurt. Das Schlofs, von dem sich nichts erhalten hat, seit dem 12. Jahrh. viel um­stritten von Slaven und Deutschen, kam um die Mitte des 13. Jahrh. in den Besitz der brandenburg. Mark-

S rafen, wurde 1354 vom Ludwig dem Römer den ischöfen eingeräumt, 1373 von Karl IV. eingenommen und 1432 von den Hussiten verwüstet. 1385 verlegten die Bischöfe ihre Residenz nach Fürstenwalde (S. 104). Am anderen Ufer (Fähre 5 Pf.; malerischer Blick auf das Städtchen) liegen die Ausbauten Lebuser Lose im Bruche zerstreut.

Von Franfurt zu Fuis nach Lebus (2/4 St.). Auf dem 1. Oderufer: vom Markte (S. 117) durch die Lebuser Vorstadt am Schlachthofe vorbei, dann Weidenweg; weiter unterhalb der bastion­artig vorspringenden Uferhöhen hin nach dem Lebuser Unterkrug (l s /4 St.); 35 Min. n. die Stadt. Lohnender ist der Weg auf dem r. Oderufer: vom Ende der Brücke (S. 117) immer auf dem Damm und meist neben Eichengehölz hin zum Fh. Xornbusch , gewöhnlich Waldschlöfschen genannt (1 St.; Erfr.), dann vorüber an Neu-Lebus , das 1765 von Friedrich d, Gr. angelegt wurde, zur Fähre (l l /4 St.).

18 km Podelzig. 20 Min. südl. Alt-Podelsig, einst im Besitz der Familie v. Burgsdorff. In der Kirche Barock­altar mit Kanzel, Triumphkreuz aus der Renaissancezeit, zahlreiche Wappen märkischer Adelsgeschlechter; an der Aufsenwand zwei 1 Grabsteine für Frauen aus dem Ende des 16. Jahrh. Die Bahn senkt sich in die zwischen Seelow (1.; S. 51) UDd Reitwein (r.) nach S. einschneidende Bucht des oberen Oderbruchs.

21,5 km Reitwein (Gasth. am Anfang und ö. von der Kirche, beide z. Ü.), gleichfalls einst der Familie v. Burgs­dorff gehörig, seit 1842 im Besitz des Grafen v. Fincken- stein. Das Schlofs (über dem Eingang das v. Burgs- dorffsche und Schliebensohe Wappen, vgl. S. 52) stammt aus dem Ende des 17. Jahrh. (innen u. a. ein